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Herzen. Nun sagt zwar der Weise von Sinope wie allem Rechte, unsre Meynungen von einander können uns nicht schlechter machen, als wir in der That sind, – und damit finde ich mich vollkommen beruhigt, wenn naseweise Laffen, oder alberne Gecken, oder lästersichtige Bösewichte (Stammbäume und Orden kommen dabey nicht in Betracht,) meinen Freymuth Frechheit, meinen Frohsinn Leichtfertigkeit, und meine Laune fades Geplauder nennen. Aber könnten Sie sich wohl auch so leicht beruhigen, Junker Jobst, wenn ich Sie eben so schamlos, und so unadelich-roh, wie Sie mich, einen erbärmlichen Schwätzer, einen ehrlosen Lästerer, einen Vomiren erregenden Schriftsteller, und einen jämmerlichen Philosophaster nennen wollte? – Und ich würde Sie vielleicht all’ das nennen, wenn Ihnen nicht das Adelsgepräge die licentia poëtica ertheilte, welche zu deutsch die Freyheit

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Johann Gottfried Pahl: Mein leztes Wort über den Adel. o. V., Ganslosen 1797, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_letztes_Wort_ueber_den_Adel.djvu/9&oldid=- (Version vom 1.8.2018)