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außergewöhnlich stark gelitten hatte, kann zwar nicht als Maßstab für die Gesamtverluste genommen werden. Aber seine Zahlen sprechen doch eine deutliche Sprache. Dabei erinnere man sich der Tatsachen, daß die Franzosen immer noch keine Verlustlisten herausgegeben haben.

Das Schlachtfeld

Unsere Darstellung des Gefechts bei Fillières stützt sich auf die Erklärungen, die uns ein Mitkämpfer, Herr Hauptmann Knahts, Inhaber des Eisernen Kreuzes, an Ort und Stelle gegeben hat. Herr Hauptmann Knahts führte am 22. August eine Kompanie des Infanterieregiments, das von Serrouville her zunächst der Straße folgend, dann sich nach links entwickelnd und den steilen Waldhang östlich von Fillières ersteigend, den südlichen Abschnitt der Stellung von Fillières angriff. Er wurde bei dem Angriff dreifach verwundet, zuerst bei der Erkundung durch einen Schuß in die linke Hand, dann während des Angriffs durch einen Brustschuß und schließlich durch einen Granatsplitter am linken Schenkel. Für sein tapferes Verhalten erhielt er das Eiserne Kreuz. Seine schlicht und klar, mit militärischer Knappheit und vornehmer Zurückhaltung der eigenen Tätigkeit vorgetragene Beschreibung des Gefechtsverlaufs führte uns, obwohl seit dem Tage des Gefechts schon zwei Monate verstrichen waren, den Kampf mit so lebendiger Anschaulichkeit vor Augen, daß man ihn mitzuerleben glaubte. Das

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 79. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/83&oldid=- (Version vom 1.8.2018)