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guten Schutz gegen Kälte. Am Tage wird, sofern die Verhältnisse nicht eine Besetzung der Batteriestellungen erfordern, wie im Frieden geübt und exerziert. Heute aber tummeln sich die Leute auch hier in harmloser Sonntagsfreude herum, da hüben und drüben Sonntagsfrieden herrscht. Der bayrische Batteriechef bestätigt die Tatsache, daß die in die Stellung einschlagenden französischen Granaten häufig Blindgänger oder Ausbläser sind und weist uns zum Beweis eine Anzahl unversehrter, leerer Granathülsen vor. „Jüngst war mein Geburtstag, den feierte meine Batterie, indem sie mir Blumensträuße in solchen Vasen überbrachte“, erzählt er, auf einen Ausbläser zeigend. Häufig zeigen sich eigene oder fremde Flieger über der Stellung. Der Hauptmann zeigt uns eine gut ausgeführte Fliegermeldung, hoch in den Lüften erstellt von dem Beobachtungsoffizier eines Flugzeugs, bestehend in einem Kroki, das eine hinter einem Walde aufgestellte feindliche Batterie darstellt. Er weist uns ferner einen aufgefundenen französischen Fliegerpfeil vor, der mehrere Zentimeter tief in eine harte Baumwurzel eingedrungen ist, in der der Pfeil noch steckt. Der Fliegerpfeil fällt infolge seiner Konstruktion immer auf die Spitze und übt eine furchtbare Wirkung aus. Er durchbohrt den menschlichen Körper von der Schulter bis zum Hüftgelenk. Doch sind die Treffer selten.

Heute hielt die Batterie Feldgottesdienst ab. Als Feldprediger amtete ein Unteroffizier, der als

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 66. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/70&oldid=- (Version vom 1.8.2018)