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reitet vorüber auf schönen Pferden. Auch die Trainpferde haben ein gutes, wohlgepflegtes und wohlgenährtes Aussehen. Eine Etappenfuhrpark-Kolonne führt eine Menge von Holzlatten, die zur Verschalung von Schützengräben verwendet werden. In einem künstlich aus Geäst erstellten Gebüsch steht eine Batterie schwerer Artillerie verborgen gegen Sichtung durch Luftzeug. In den Dörfern verkehrt die zurückgebliebene Bevölkerung ruhig und friedlich mit den Leuten aus Germaniens Gauen und geht ihrer Beschäftigung nach. Die von uns benützte Straße, die doch seit Wochen einem täglichen Verkehr von Hunderten schwerer Fuhrwerke dient, ist in auffallend gutem Zustande, streckenweise neu beschottert. Ab und zu treffen wir eine Arbeiterkolonne, aus einheimischen Leuten gebildet, von deutschen Soldaten bewacht und angeleitet, zum Ausbessern der Straße verwendet. Ein willkommener Verdienst für die vom Kriege hart mitgenommene Bevölkerung.

Im übrigen herrscht heute, soweit es der Dienst und das Verhalten des Gegners erlauben, Sonntagsruhe, die ohne Verabredung auch auf französischer Seite beobachtet wird. Der Nebel, obwohl nicht sehr dicht, verhindert eine Zielbeobachtung auf größere Entfernungen und verurteilt ohne weiteres die Artillerie zum Schweigen. So ist es der Gesellschaft der Vertreter der neutralen Presse an diesem Tage vergönnt, bis in die deutschen Artilleriestellungen vorzukommen. Wir verlassen die Kraftwagen, die unter dem Schutz

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 63. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/67&oldid=- (Version vom 1.8.2018)