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die Leute sich bergabwärts hinlegen müssen. Rasch werfen sie sich vornüber und bringen das Gewehr in Anschlag. Die Bilgeri-Bindung bewährt sich dabei ausgezeichnet. Der Zugführer gibt die Zielbezeichnung und befiehlt die Feuereröffnung. Jetzt schwärmt auch der zweite Zug weiter oben am Hang aus, so daß eine doppelte stockwerkmäßige Feuerstellung entsteht. Gefechtspatrouillen und Horchposten werden ausgeschickt. Eine neue Annahme wird gegeben: Der Feind steht oben am Hange und soll von unten angegriffen werden. Äußerst beschwerlich und anstrengend ist das Kriechend-Vorrücken den Berg hinan mit den Schneeschuhen an den Füßen. So leicht beweglich eine Schneeschuhtruppe auf dem Marsche ist, so schwerfällig ist sie im Gefecht. Sie wird daher in der Regel wohl nur in kleineren Verbänden als Gefechtstruppe verwendet werden. Ihre taktische Einheit ist der Zug. Ihre Hauptaufgabe liegt im Aufklärungs- und Sicherungsdienst.

Zur Ausrüstung einer Schneeschuhkompanie gehört schließlich die uns vorgezeigte Verwundetentragbahre, die mittels Tragspangen sehr einfach und rasch aus zwei Schneeschuhen, zwei Schneestöcken und einem Zelttuch zusammengesetzt wird. Die Übung wurde beschlossen durch einige von den besten Fahrern ausgeführte Sprünge an der Sprungschanze, durch Telemark- und Christiania-Schwünge und durch die Vorführung eines zum Aufsuchen von Verwundeten abgerichteten Kriegshundes. Zwei Mann wurden als

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 244. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/248&oldid=- (Version vom 1.8.2018)