Hauptmenü öffnen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Von Nieder-Burnhaupt an begleitet mich ein Bataillonskommandeur, Major M. der das Gefecht vom 7./8. Januar geleitet hat, auf das Gefechtsfeld. Die Straße von Nieder- nach Ober-Burnhaupt liegt offen unter dem Feuer einer französischen Batteriestellung. Der Major befiehlt dem Fahrer, das Zeitmaß zu beschleunigen. In Ober-Burnhaupt steigen wir aus. Das Wetter hat sich aufgehellt und gestattet die Übersicht über das Gefechtsfeld und die gegenwärtige Lage. Die Vogesen glänzen im Neuschnee. Vorsichtig die offenen, von den Franzosen eingesehenen Stellen vermeidend, führt mich der Major auf eine mit Schützengräben gekrönte Anhöhe bei Ober-Burnhaupt, wo ein schöner Überblick sich bietet. Rechts gegen Norden liegt an der Doller das Gehöft Exbrücke, noch weiter nördlich gegen Sennheim zu Nieder-Asbach, das in deutschem Besitz ist, während die Franzosen Ober-Asbach besetzt halten. Vor dem Abschnitt Exbrücke-Ober-Burnhaupt liegt gegen Westen ein ausgedehnter Forst, der Eichwald, gegenüber Nieder-Burnhaupt ein anderes Gehölz, der Buchwald. In und hinter diesen Waldungen liegen in Gewenheim, Nieder-Sulzbach, Gildweiler die Franzosen, deren vor die Waldungen vorgeschobene Schützengräben deutlich erkennbar sind. Gegenüber Exbrücke tritt die französische Vorpostenstellung beim Bahnhof Burnhaupt, der an einer vorspringenden Waldecke am Knie der hier scharf nach Westen umbiegenden Bahnlinie Sennheim-Masmünster liegt, besonders nahe an die deutsche Linie heran.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 227. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/231&oldid=- (Version vom 1.8.2018)