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kürzer gemacht, und ihre Köpfe seewärts auf Pfähle gesteckt.

Die Hamburger befanden aber den einen Mast auf Störtebekers Schiff von lauterem Gold, den andern von Silber, den dritten von Kupfer. Damit haben sie ihre Kirchen decken lassen. Störtebekers silbernen Schauer endlich hat das Fischeramt, dazu der Gesell gehörte, der ihn verrathen, zum Gedächtniß erhalten.


85. Wunderbarer Hagel.

Anno 1392, in den Achttagen unserer Lieben Frauen Himmelfahrt, fiel ein großer Hagel zu Lübeck, ziemlich wie Hühnereier. Die waren gestaltet wie rechte Menschenangesichter, mit spitzigen Bärten, wie damals die Männer trugen; andere auch wie Angesichter der Weiber mit krausen Tüchern auf dem Kopf, wie damals die Weiber getragen. Die Bedeutung ist Gott bekannt.

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Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 166. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/172&oldid=- (Version vom 1.8.2018)