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zu verherrlichen, für den Schatz aller Schätze, das Buch aller Bücher, den Anfang und das Band aller Theosophie, Theologie, Praxeos und Gefühl eines Kindes GOttes und sonderlich eines Lehres, ausser dem und neben dem nichts gelten kan. Sie nehmen die Heilige Schrift aufs allereinfältigste und in allen Absichten an, für die einige Regel und Richtschnur der Lehre. Wenn sich andere Schrift-Erklärer bemühen, einen schon vorgefaßten Sinn daselbst zu suchen und zu finden oder zu machen; so nehmen die Brüder alles κατα τὸ ρητὸν, so stehet geschrieben, so lese ich. Und was da steht, das ist ihnen wahr, und mit dem übrigen zugleich wahr, was andere nach ihrer Logic für widersprechend halten müssen, wenn es nicht erst mühsam gerettet wird.


§. VIII.
Augspurgische Confeßion und

Hiernächst bekennen sie sich zu der ungeänderten Augspurgischen Confeßion, welche, nach der Meinung der Böhmischen Brüder, der dem König Ferdinand An. 1535. übergebenen und von der Wittenbergischen Facultät etliche mal approbirten Böhmischen Confeßion, mit der es noch die Polnischen Brüder halten, allenthalben gleichlautend ist. Alles das, was die Augspurgische Confeßion selbst die Lehre nennet, in 20. Artikeln namentlich dazu verfasset und mit den Worten beschliesset: Das ist nun die Summa unserer Lehre etc., ist auch der Brüder ihre Thesis und Symbolum doctrinale.

Berner-Synodus.

Den Berner-Synodum aber, der keine Confeßion, sondern eine Pastoral-Instruction ist, und zwar die ersten 18. Capitel, die von der Homiletic handeln, haben sie zu ihrem Methodo dogmatica im Predigen erwehlt, ohne sich weder bey dem einen noch dem andern in die Controversen und Consequenzen zu mengen. Und beide haben sie in Kirchen-Lieder gebracht, die fast eben so lauten als die Originale.