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Seite:Kinder- und Haus-Märchen 1837 Band 2.djvu/325

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158.
Das Märchen vom Schlauraffenland.

In der Schlauraffenzeit da gieng ich, und sah an einem kleinen Seidenfaden hieng Rom und der Lateran, und ein fußloser Mann der überlief ein schnelles Pferd, und ein bitterscharfes Schwert das durchhieb eine Brücke. Da sah ich einen jungen Esel mit einer silbernen Nase, der jug hinter zwei schnellen Hasen her, und eine Linde, die war breit, auf der wuchsen heiße Fladen. Da sah ich eine alte dürre Geis, trug wohl hundert Fuder Schmalzes an ihrem Leibe und sechzig Fuder Salzes. Ist das nicht gelogen genug? Da sah ich zackern einen Pflug, ohne Roß und Rinder, und ein jährigen Kind warf vier Mühlensteine von Regensburg bis nach Trier, und von Trier hinein in Straßburg; und ein Habicht schwamm über den Rhein, das that er mit vollem Recht. Da hört ich Fische mit einander Lärm anfangen, daß es in den Himmel hinauf scholl, und ein süßer Honig floß wie Wasser von einem tiefen Thal auf einen hohen Berg, das waren seltsame Geschichten. Da waren zwei Krähen, mähten eine Wiese, und ich sah zwei Mücken an einer Brücke bauen, und zwei Tauben zerrupften einen Wolf, zwei Kinder die wurfen zwei Zicklein, aber zwei Frösche droschen mit einander Getreid aus. Da sah ich

Empfohlene Zitierweise:
Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1837). Dieterich, Göttingen 1837, Seite 316. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Kinder-_und_Haus-M%C3%A4rchen_1837_Band_2.djvu/325&oldid=- (Version vom 1.8.2018)