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vorbei sei. Wenn er selbst sich nicht helfen konnte, so vermochte das gewiß ein anderer, ein wirklicher Zauberer. Wenn er durch den Turmwächter Anastasius bitten ließe, ihm zu helfen? Aber nein, das auf keinen Fall, damit hätte er sich ja besiegt erklärt! Doch der Gedanke kam immer wieder und je länger sein unerfreulicher Spaziergang in der Luft dauerte, um so öfter. Schließlich sagte er sich, daß ihm ja tatsächlich kein anderer Ausweg übrig blieb, wenn er da oben nicht verhungern wollte, und so schickte denn der Turmwächter über seine Bitte einen Boten zu Anastasius, er möchte doch auf ein Weilchen auf den Turm hinaufkommen. Diesen Ausweg hatte sich nämlich der Gaukler schließlich ausgedacht, um nicht auch dem Turmwächter seine Ohnmacht gestehen zu müssen. Doch der Bote kehrte unverrichteter Dinge zurück. Anastasius ließ nur sagen, er habe jetzt keine Zeit und die Luft auf dem Turme bekomme ihm auch nicht gut; der Herr Kollege möge daher, wenn er ihm etwas zu sagen habe, die Gewogenheit besitzen und selbst zu ihm kommen.

Damit war es also nichts und der Gaukler mußte weiter fliegen. Er schäumte vor Wut, aber das half alles nichte. Der Tag ging schon zur Neige und er war noch immer oben. Sein Zorn legte sich schließlich und er dachte wieder nach, vor allem jetzt darüber, woher ihm eigentlich die Zauberkraft gekommen sein möge. Denn ihm wurde immer klarer, daß die Antwort auf diese Frage ihm auch die Mittel an die Hand geben würde, den Bann zu lösen, der auf ihm lag. Er dachte hin und her, bis ihm schließlich einfiel, daß bei dem Wettzaubern am Markte sein Gegner stets eine Bewegung mit seinem Stabe gemacht hatte, so oft er, der Gaukler, ein Zauberstückchen ankündigte. Wie Schuppen fiel es ihm von den Augen und er erkannte nun klar, in wessen Macht allein seine Rettung lag. Da half kein Sträuben und Zögern, da hieß es klein beigeben. So rief er denn in die sinkende Nacht hinein:

„Anastasius, mächtiger Zauberer, ich weiß, wie groß deine Kunst ist, und darum glaube ich auch, daß ich keinen Boten zu dir

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Rudolf Slawitschek: Anastasius Katzenschlucker, der große Zauberer. Vlg. des Deutschen Kulturverbandes, 1929, Seite 85. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Katzenschlucker.djvu/79&oldid=- (Version vom 27.12.2023)