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vorn eine hölzerne Kanone. Links unter der Felswand sitzt das kräftige Mädchen, welches in der Tasche, die sie auf dem Rücken trägt, eine Botschaft gebracht hat. Ein Teckel leckt ihr die Hand. Vor ihr, nach rechts gewandt, steht ein Alter, welcher die Botschaft verliest. Die Männer, welche ihre Arbeit verlassen haben, umdrängen ihn mit ernsten Mienen, um zu lauschen. Ganz vorn sitzt einer, von hinten gesehen, im Mantel und Hut auf dem Stein. Bezeichnet links unten: Franz Defregger. 1883.

Leinwand; h. 1,18; br. 2,24. – 1883 auf der Internationalen Kunstausstellung zu München erworben. – Es ist ein Bild aus des Meisters historischem Cyklus der Tiroler Freiheitskriege, welcher in Copien im Innsbrucker Museum zusammengestellt ist, während die Originale sich in verschiedenen Sammlungen befinden. – Gestochen von Th. Langer (noch in Arbeit).

Karl Raupp.

Geb. zu Darmstadt den 2. März 1837; lebt in München. 1856 bis 1858 Schüler des Städel’schen Instituts zu Frankfurt a. M. Dann, bis 1866, Schüler Karl v. Piloty’s in München. 1868 Professor an der Gewerbeschule in Nürnberg; kehrte später jedoch nach München zurück.

Vom Sturme gejagt. 2330. 27 a.

Vorn der schäumende Landsee, über den eine junge kräftige Frau, nach rechts gewandt, den bedrohten, gebrechlichen Kahn lenkt, in dem die Grossmutter mit einem Knaben auf dem Schoosse sitzt, während ein kleines Mädchen mit ihrer Puppe sich ängstlich an sie schmiegt und ein etwas älterer Knabe sich stehend am gegenüberliegenden Rande festhält. Schwere schwarze Wolken verhüllen das Ufer. Möven flattern über dem Wasser. Bezeichnet links unten: K. Raupp . München 85.

Leinwand; h. 0,81; br. 1,57. – 1885 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Ad. Ernst Meissner.

Geb. zu Dresden den 7. April 1837; lebt in München. Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Rob. Kummer’s. Auf Reisen und in München, wo er seit 1870 ansässig ist, weiterentwickelt.

Schafheerde in einer Winterlandschaft. 2331. (2289.) 27 d.

Beschneite Ebene. Rechts im Hintergrunde ein Dorf im Schnee. Vorn in der Mitte der kaum noch erkennbare Weg, auf dem ein fest in seinen Mantel gehüllter Schäfer seine Heerde bildeinwärts treibt. Graue Wolken

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 733. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/765&oldid=- (Version vom 1.8.2018)