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vorauseilen, während links die Grazien ihm folgen. Unten in der Mitte vor der Landschaft sitzen die drei Parzen. Ganz vorn links greift ein lichter Flügeljüngling als Vertreter der Tugend zum Schwert gegen die ihm rechts gegenübersitzende Verkörperung des Lasters.

Leinwand; h. 0,82; br. 0,72. – 1879 der Galerie überwiesen. – Prämiirt bei der Concurrenz für den Vorhang des neuen Dresdener Theaters.

Seelenlandung im Büsserlande. 2270. (2278.) 29 a.

Dante, Divina Commedia, Purgatorio, II. Rechts im Mittelgrunde steht Virgil. Neben ihm hockt Dante mit gefalteten Händen am Boden. Links das Meer. Am Ufer landet die Barke, an deren Hinterteil der Engel steht, der, „jede Menschenkunst verschmähend, der Flügel statt der Ruder und der Segel nur bedarf“. Die Landenden werfen sich, der Barke entstiegen, am Ufer auf’s Angesicht nieder und schreiten selig erhobenen Blickes dem Licht entgegen. Bezeichnet links unten: Th. Grosse. 1879.

Leinwand; h. 2,41; br. 3,75. – 1880 teilweise aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung erworben.

W. Ferdinand Pauwels.

Geb. zu Eckeren bei Antwerpen den 13. April 1830; lebt in Dresden. Schüler der Antwerpener Akademie unter Dujardin und Wappers von 1842–1850; 1852–1856 in Italien; 1862 bis 1872 Professor der Weimarer Kunstschule; seit 1876 Professor der Akademie zu Dresden.

Graf Philipp vom Elsass im Marienhospital zu Ypern. 2271. (2279.) 28 a.

Rechts zwei Krankenbetten, mit ihren Fussenden nach vorn zur Mitte gewendet. In einem derselben liegt ein Sterbender, neben dem zwei Pflegerinnen beschäftigt sind. In der Mitte vor dem Bette stehen der Graf und seine Gemahlin; neben ihnen, den Fall erklärend, der Obere des Hospitals. Links im Hintergrunde ein Saal, in dem Männer und Frauen sitzen. Bezeichnet unten in der Mitte: Ferdinand Pauwels.

Mahagoniholz; h. 1,17; br. 1,40. – 1877 auf der Dresdener Kunstausstellung erworben. – Das Bild ist, in Einzelheiten verändert, weit grösser (h. 4,00: br. 4,20) in Wachsfarbe als eins von 12 Wandbildern ausgeführt in den Tuchhallen zu Yperen. – Gestochen von Th. Langer ☼ Neues G.-W. I, 2.

David Simonson.

Geb. zu Dresden den 15. März 1831; lebt daselbst. Schüler des Prof. Ed. Bendemann.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 712. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/744&oldid=- (Version vom 1.8.2018)