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des Hochaltars dieser Kirche hatte der Meister dieses Bild, nebst zwei anderen, nach Vasari (Ed. Mil. III, p. 145) gemalt. Das Mittelstück, eine Pietà, befindet sich in der Royal Institution zu Liverpool; das zweite Seitenstück ist das folgende. – Gest. nach einer Zeichnung des Florimachius von Jer. David. – Phot. Braun III, 10. – Phot. Ges.

Christi Gefangennahme. 46. (164.) 1 b.

In der Mitte giebt Judas dem Heiland den Verräterkuss. Von rechts eilen die Schergen mit Fackeln und Spiessen lebhaft bewegt herbei. Von links legt ein anderer ihm bereits die Schlinge um den Hals. Weiter links Handgemenge zwischen den Schergen und den Aposteln. Petrus haut hier im Vordergrunde dem Malchus das Ohr ab. Ganz links vorn schlafen fünf Jünger, weiter zurück kniet Christus am Oelberge. Ueber ihm im gelben Himmel erscheint als Brustbild der Engel mit dem Kelche. Im Hintergrunde eine kahle Berglandschaft.

Ital. Pappelholz; h. 0,35; br. 1,17. – 1750 mit dem vorigen aus Bologna. Vgl. die Bem. zu diesem, seinem Gegenstücke. – Phot. Braun V, 3. – Phot. Ges.

Nach Ercole de’ Roberti Grandi.

Die Mannalese. 47. (23.) 1 b.

Im Vordergrunde lesen die Israeliten in den mannigfaltigsten Stellungen das Manna auf. Ganz links Moses und Aaron; ganz rechts eine Frau, die mit ihrem Kinde bildeinwärts schreitet. Im Mittelgrund das Zeltlager in der Wüste. Im Hintergrund kahle Berge unter blauem Himmel.

Ital. Pappelholz; h. 0,30; br. 0,65½. – Zuerst nachgewiesen im Katalog von 1835 als „Benozzo Gozzoli“. Bei H. nur als „florentinische Schule“. – Sicher jedoch ferraresisch. – Cr. u. Cav. (V, S. 588) und Lerm. S. 133 bezeugen übereinstimmend, dass das Original zu unserem Bilde sich in der Sammlung des Lord Dudley in London befinde; doch sind erstere geneigt, dieses Original dem Ercole di Giulio Grandi, einem etwas jüngeren ferraresischen Meister (gest. 1531), zuzuschreiben, wogegen Lerm., wie der Vergleich mit den vorigen Bildern ergiebt, mit grösserem Rechte, das Original für Ercole de’ Roberti Grandi in Anspruch nimmt.

E. Die bolognesische Schule.

Francesco Francia.

Fr. Raibolini gen. Francia. Geb. zu Bologna 1450, gest. daselbst den 6. Jan. 1517. Anfangs zum Goldschmied gebildet; als Maler unter dem Einfluss des Ferraresen Lorenzo Cossa in Bologna entwickelt, bald aber der umbrischen Schule Perugino’s genähert. Thätig als Schulhaupt in Bologna.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 41. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/73&oldid=- (Version vom 1.8.2018)