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Die Kreuzigung Christi. 1969. (1884.) O 3.

Die Kreuze der Schacher bilden einen rechten Winkel mit dem in der Mitte ragenden Kreuze des Heilands, zu dessen Füssen Johannes und die drei Marien stehen. Im Hintergrunde Wächter zu Fuss und zu Ross vor der Stadt.

Kupfer; h. 0,29; br. 0,24. – Auf die Herkunft des Bildes weist die auf der Rückseite befindliche Inschrift hin: Churfürstlicher Sächs. Frau Mutter Verlassenschaft . Anno 1623 . – Uebrigens erst im Katalog 1835.

Johann Rottenhammer.

Geb. zu München 1564; gest. zu Augsburg 1623. Schüler seines Vaters und des Johannes Donauer zu München; unter dem Einflusse der Venezianer weiter entwickelt. Thätig lange Jahre in Venedig, nach 1606 abwechselnd in Augsburg und München.

Die Ruhe auf der Flucht. 1970. (1966.) P 1.

Maria sitzt mit ihrem Kinde links unter einem mächtigen Baume, aus dessen Wipfel Engel Blumen herabstreuen. Hinter ihr zwei erwachsene Engel, von denen der eine Früchte bringt, der andere anbetet. Vor ihr zwei Engelknäblein, von denen der eine ebenfalls Früchte bringt, während der andere sich mit dem Windelkorbe zu thun macht. Rechts im Hintergrunde holt Joseph den Esel aus dem Stalle.

Eichenholz; h. 0,26½; br. 0,20½. – Inv. 1722, A 374.

Joseph Heinz.

Geb. in der Schweiz im dritten Viertel des XVI. Jahrhunderts. Schüler des Hans von Aachen (1552–1615). Später Kammermaler Kaiser Rudolfs II. Lebte abwechselnd in Augsburg und Prag. Gest. 1609 oder 1610. Vergl. Woltm. u. Woerm. II, S. 100.

Der Raub der Proserpina. 1971. (1971.) P 1.

Oben braust der mit vier schnaubenden Rossen bespannte Wagen des Unterweltsgottes nach links durch die Luft. Pluto hält die widerstrebende Geraubte, welche noch Blumen hinabstreut, fest im Arm. Unten auf blumigem Rasen ihre Gespielinnen: neun zur Linken in ängstlicher Bewegung; acht zur Rechten, von denen einige der Proserpina noch die Hände nachstrecken.

Kupfer; h. 0,63; br. 0,94. – Schon im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1197 als „Ens.“ – Das Monogramm des Heinz war auch in der gefälschten Inschrift enthalten, welche von H. frageweise „Jo. Pinne. Fe. Ao. 1543“ gelesen wurde. – Dass sie gefälscht war, stellte ihre Untersuchung fest. Sie wurde daher 1885 vollends entfernt. Dass das Bild ein echtes Bild des Jos. Heinz sei, wurde von H. mit Unrecht bezweifelt. Es wird als solches, abgesehen von seiner durchaus zu den übrigen Bildern des

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 626. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/658&oldid=- (Version vom 1.8.2018)