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Leinwand; h. 1,59; br. 1,56½. – Im Inventar 1722 (A 1276; damals in Pillnitz) als Original Kranach’s; und in der That sieht das Bild den späteren Werken des jüngeren Meisters dieses Namens ähnlich. So auch Scheibler (Dr. Not.). Doch weist seine zugleich breitere und oberflächlichere Behandlung mit den strohgelben Lichtern in der Modellirung der Hände es doch nur der Nachfolge dieses Künstlers zu.

Luther auf dem Sterbelager. 1955. (1952.) P 3.

Brustbild nach links auf hellem Grunde. Im weissen Totenhemde mit geschlossenen Augen, die Hände vorn auf einander gelegt liegt er da. Sein Haar ist grau.

Lindenholz; h. 0,64; br. 0,50½. – 1857 aus dem Vorrat. Vorher nicht nachgewiesen. – Nach H. „vielleicht“ von Lukas Fortenagel, der als Zeitgenosse Lukas Kranach’s d. j. in Halle a. d. S. gewirkt und Luther nahe gestanden haben soll. Doch ist uns dieser Künstler aus authentischen Gemälden nicht bekannt ; und der Stil dieses Bildes steht demjenigen des jüngeren Kranach jedenfalls nahe.

Hans Krell.

Maler von Leipzig, erwähnt 1533–1573. Von seinen Zeitgenossen „der Fürstenmaler“ zubenannt. Unter dem Einflusse der Wittenberger Schule entwickelt. Thätig hauptsächlich zu Leipzig.

Kurfürst August von Sachsen. 1956. (1956.) 22 c.

Ganze lebensgrosse Gestalt nach rechts auf hellgrünem Grunde. Im blonden Haar trägt der Fürst ein kleines schwarzes Barett mit weisser Feder. Seine Kleidung ist schwarz mit goldenem Besatz. Seine Strümpfe sind weiss. Die linke Hand legt er an seinen Degen, die rechte stemmt er in die Seite. Unter ihm die Inschrift: VON GOTTES GENADEN AVGVSTVS HERTZOG ZU SACHSEN LANTGROF IN DVRINGEN VND MARGGROF ZV MEISSEN . IM . 1551.

Leinwand; h. 2,02; br. 0,93. – 1587 in der Kunstkammer; später wohl Inv. 1722, B 615, als „Cranach“; damals in Pillnitz; 1861 zur Galerie. Wir sind der Ansicht, dass die urkundlichen Belege, welche Th. Distel (Zeitschrift für Museologie 1882, N. 12, S. 91) veröffentlicht hat, keinen Zweifel daran lassen, dass Hans Krell der Urheber dieses Bildes, wie des folgenden, seines Gegenstückes, ist.

Kurfürstin Anna. 1957. (1957.) 22 a.

Lebensgrosse ganze Gestalt nach links auf hellgrünem Grunde. Die Gemalin des Kurfürsten August ist im reichem Fürstinnenkostüm ihrer Zeit, schwarz, weiss und golden, gekleidet und trägt ein kleines schwarzes Barett auf der linken Seite ihres Kopfes. Darüber die Inschrift: VON GOTTES GENADEN ANNA GEBORNE AVS KVNIGLICHEM STAM ZV DENNEMARCK . HERTZOGIN ZV SACHSEN . LANTGREFIN IN DVRINGEN VND MARGGREFIN ZV MEISSEN . IM. 1551.

Leinwand; h. 2,02; br. 0,93. – 1587 in der Kunstkammer: später im Geschäftszimmer des Histor. Museums; 1861 zur Galerie. – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die ferneren Bemerkungen zu diesem.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 620. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/652&oldid=- (Version vom 1.8.2018)