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Lindenholz; h. 0.74; br. 1,21. – Am 20. November 1657 zur Kunstkammer; nach 1741 zur Galerie. – Schon bei Schuchardt II, S. 43, mit Recht nur als Werkstattsbild. Immerhin gehört es zu den besten derselben und lässt eine Mitwirkung des Meisters nicht ausgeschlossen erscheinen.

Der Bethlehemitische Kindermord. 1931. (1927.) O 2.

Vorn das Gemetzel, welches die Henker anrichten; Haufen erschlagener Kinder; jammernde Mütter. Rechts vorn und in der Mitte des Mittelgrundes umstellen geharnischte Reiter den Platz. Im Mittelgrunde der Palast. Aus der Loggia unter dem Thorbogen blicken Zuschauer herab. Links in der Landschaft die Flucht nach Aegypten.

Lindenholz; h. 1,21; br. 0,86. – Als Original von Kranach schon im Inventar 1722 (A. 1271). – Nach Schuchardt II, S. 44, von einem unbekannten Schüler Kranach’s. Vor allen Dingen muss hervorgehoben werden, dass das Bild entschieden den ganz frühen Stil Kranach’s zeigt. Für ganz eigenhändig braucht man es deshalb mancher Schwächen wegen nicht zu halten.

Fünfteiliger Altar. 1932. (1928.) O 3.

1. Hauptbild. Die Ausstellung Christi. Oben wird Christus dem Volke dargestellt, welches rechts unten mit erhobenen Händen sein „Kreuzige!“ ruft. Links unten werden die beiden Verbrecher aus dem Gefängniss entlassen. – Darunter eine Staffel mit vier kleinen Darstellungen, nämlich 2. die Geburt Christi: Joseph, Maria und Engel beten, nach rechts gewandt, das hier in der Krippe liegende Christkind an. H. Die Anbetung der Könige. Maria sitzt links; die heiligen drei Könige mit ihrem Gefolge nahen von rechts. 4. Jesus im Tempel. Oben sitzt der junge Heiland, weiter unten sitzen und stehen die Schriftgelehrten. 5. Die Flucht nach Aegypten.

Lindenholz; h. 1,20½; br. 0,47. – 1861 aus dem Vorrat; vorher nicht nachgewiesen. – Es ist ein gutes frühes Werkstattsbild, vielleicht unter eigenhändiger Beteiligung des Meisters entstanden.

Christi Gefangennehmung und Wiedererscheinung. 1933. (1929.) O 2.

Links die Gefangennahme Christi. Petrus ist im Begriffe dem Malchus das Ohr abzuhauen. Rechts vorn erscheint der auferstandene Heiland mit dem Kreuzesbanner vor seiner Mutter, die rechts am Gebetpulte kniet und sich erstaunt nach ihm umwendet.

Lindenholz; h. 0,39½; br. 0,36. – Erst 1861 aus dem Vorrat. 1741 noch in der Kunstkammer. Schwaches frühes Werkstattsbild. So auch Scheibler (Dr. Not.).

Die Auferweckung des Lazarus. 1934. (1924.) O 3.

Links vorn entsteigt Lazarus der Gruft. Ein kahlköpfiger Alter ist ihm behilflich. Rechts steht Christus. Vor ihm knieen die beiden Schwestern des vom Tode Erweckten. Im Mittelgrunde viele Zuschauer. Im Hintergrunde eine reiche Landschaft.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 613. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/645&oldid=- (Version vom 1.8.2018)