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Der Ursula-Altar. 1888. (1878.) O 1.

I. Die Innenseiten. Das Mittelbild. Das Martyrium der heiligen Ursula. Die heilige Ursula wird, mit zahlreichen Jungfrauen ihres Gefolges von Rom heimkehrend, bei der Landung zu Köln von den Söldnern des Kaisers getötet. Sie selbst sitzt zwischen ihrem Bräutigam und dem Bischöfe in der Mitte des mittleren Schiffes am Fusse des als Mastbaum dienenden Crucifixes. Schon fliegen Pfeile gegen das Boot; schon steckt der Heiligen der Todespfeil im Halse. Vorn am Ufer richten Söldner mit Schwertern ein furchtbares Blutbad unter den bereits gelandeten Jungfrauen an. Im Hintergrunde der Rhein; rechts am Ufer die Stadt Köln. – 2. Der linke Flügel. Die Bogenschützen ziehen von links nach rechts heran; an ihrer Spitze ein Anführer im Hermelin-Mantel und reichen Federkopfschmuck. Im Hintergrunde links Wald und Berge, rechts der Fluss. – 3. Der rechte Flügel. Fortsetzung des Mittelbildes. Im Mittelgrunde ebenfalls Boote mit heimkehrenden Jungfrauen, im Vordergrunde das Gemetzel. Rechts vorn steht ein gewaltiger Schütze, welcher sich mit der Linken auf seinen Bogen stützt. – II. Die Aussenseiten. Der linke Flügel. Der heilige Georg. Steinfarbig grau-braun nach rechts. Mit der Rechten stützt der geharnischte Heilige sich auf die vom Banner umflossene Lanze. Zu seinen Füssen liegt der erlegte Drache. – 2. Der rechte Flügel. Die heilige Ursula. Steinfarbig grau-braun nach links. Mit der Rechten fasst die Heilige ihr Kleid, in der Linken hält sie ihren Pfeil.

Lindenholz; Mittelbild: h, 2,15; br. 1,62; Flügel je: h. 1,73; br. 0,77. – 1852 aus dem Nachlasse des Majors Aster. Wahrscheinlich frühes Werk Burckmair’s. – Phot. Braun II, 22, IV, 22 und V, 22.

Hans Holbein der jüngere.

Geb. zu Augsburg 1497, gest. zu London 1543. Schüler seines Vaters Hans Holbein d. ä. Thätig seit 1515 zu Basel, von 1526–1528 in London, von 1528–1531 in Basel, nach 1531 hauptsächlich in London (nur 1538 nochmals in Basel). – Hauptmeister der schwäbischen Schule, auch als Zeichner für den Holzschnitt thätig.

Doppelbildniss des Sir Thomas Godsalve und seines Sohnes John. 1889. (1889.) 21 c.

Halbfiguren nach rechts auf blauem Grunde hinter grünem Tische. Rechts der Vater im schwarzen Pelzrock; im

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 597. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/629&oldid=- (Version vom 1.8.2018)