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Ein Reitertreffen. 1327. (1526.) 15 b.

Zwei Hauptgefechte: Das eine vorn links, wo ein Reiter, nach rückwärts feuernd, auf seinem Schimmel davonreitet; das andere im Mittelgrunde rechts, wo ein Reiter auf seinem Grauschimmel bildeinwärts sprengt. Vorn in der Mitte liegt ein Gefallener in gelbem Rock auf dem Antlitz. Das Bild ist unten rechts bezeichnet gewesen. Wir lesen deutlich das P und weiter rechts VAERT. H. las ausserdem die Jahreszahl 1634.

Eichenholz; h. 0,46; br. 0,71½. – Zuerst im Katalog von 1835.

Egbert van der Poel.

Getauft den 9. März 1621 zu Delft, begraben den 29. Juli 1664 zu Rotterdam. Thätig anfangs in Delft, später in Rotterdam.

Liebeswerben in einer Bauernstube. 1328. (1567.) 13 b.

In der Mitte sitzt eine Bäuerin mit dem Messer in der Rechten vor einem Teller, auf dem ein Hering liegt, und sucht sich der Umarmung eines hinter ihr stehenden Mannes zu erwehren. Rechts vorn neben Körben, Töpfen, Fässern eine Katze und tote Enten. Links im Mittelgrunde ein Mann mit roter Kappe. Bez. rechts am Holztisch:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 423.jpg

Eichenholz; h. 0,59½; br. 0,75½. – 1876 im Kunsthandel aus Amsterdam.

Im Stalle am Backofen. 1329. (1291.) 13 b.

Rechts am Backofen sind Fässer, Töpfe, Eimer, mit Kohl und Zwiebeln untermischt, aufgehäuft. In der Mitte eine Bäuerin, nach rechts gebückt, und ein Bauer, der sich an’s Fass lehnt. Links vorn Hühner, im Hintergrunde Vieh. Links die Reste der Bezeichnung: E . van der Poel.

Eichenholz; h. 0,49½; br. 0,75. – 1741 durch Kaiserling. – Erst 1855 aus dem Vorrat und von H. dem Corn. Saftleven zugeschrieben. Indessen weisen nicht nur die Reste der Inschrift, wie schon H. anerkannte, sondern deutet auch die Technik des Bildes auf Egbert van der Poel hin. So auch Scheibler, Dr. Not.

Willem van Aelst (Aalst).

Geb. 1626[WS 1] zu Delft (da er nach Oud Holland III, p. 58, 1678 angab, 52 Jahre alt zu sein), gest. zu Amsterdam 1679. Schüler seines Oheims Evert van Aelst in Delft. Thätig anfangs in Delft, dann längere Zeit in Frankreich und Italien; um 1656 wieder in Delft; die letzte Zeit seines Lebens aber zu Amsterdam.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Ergänzung siehe Letzte Berichtigungen und Zusätze: S. 423 unten. Da W. van Aelst schon 1643 der Delfter Gilde beitrat, hat er sich 1678 aus Anlass seiner Verheiratung wahrscheinlich einige Jahre jünger gemacht, als er war.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 423. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/455&oldid=- (Version vom 1.8.2018)