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den bisherigen Katalogen dem Rubens selbst zuschreiben, sondern halten es mit Bode (bei V. Zahn VI, S. 20) nur für ein Schulbild. – Phot. Braun XV, 23 u. Phot. Ges.

Ein altes Weib. 1006. (945.) M 3.

Brustbild ohne Hände nach rechts auf grauem Grunde. Die Alte trägt ein weisses Kopftuch.

Eichenholz; h. 0,47; br. 0,41. – Inventar 1754, II, 445.

Eine dicke Alte. 1007. (948.) 50 a.

Kopf mit Schulteransatz nach rechts auf dunklem Grunde. Zurückgestrichenes graues Haar; schlichte weisse Haube; Flanelljacke.

Eichenholz; h. 0,33½; br. 0,26½. – 1741 durch Kaiserling (als N. 2724).

Der Apostel Paulus. 1008. (953.) M 2.

Halbfigur nach rechts auf braunem Grunde. Graublondes Haupthaar und Vollbart. Beide Hände rechts vorn auf’s Schwert gestützt.

Eichenholz; h. 0,63; br. 0,46½. – Inv. 1722, A 288, als „Franck.“ – Vergl. dagegen die Bemerkungen zu N. 1018. Wir tragen indessen Bedenken, auch dieses Bild, welches eine etwas andere, weniger feste Behandlung zeigt, als Gegenstück zu den Van Dyck zurückgegebenen zu bezeichnen und lassen ihm daher seine bisherige Benennung nur als „Schule des Rubens.“

Jakob Jordaens.

Geb. zu Antwerpen den 19. Mai 1593, gest. daselbst den 18. October 1678. Schüler und Schwiegersohn des Ad. van Noort, des Lehrers des P. P. Rubens. Dass er selbst ein Schüler des Rubens gewesen sei, wie man früher annahm, beruht auf einem Irrtum. Branden a. a. O. p. 817. – Thätig zu Antwerpen.

Ariadne mit dem Gefolge des Bacchus. 1009. (1039.) J 4.

Die wohlgenährte, fast nackte Schöne sitzt, nach rechts gewandt, in der Mitte einer Gruppe lebensgrosser Bacchantinnen. Satyrn tragen ihr von allen Seiten Früchte zu. Besonders auffällig bringen von links zwei bocksbeinige, graubärtige, kahlköpfige Silenen ein Riesenfüllhorn herbei. Bacchus selbst scheint hinter ihr zu stehen.

Leinwand; h. 2,40; br. 3,13½. – Inv. 1722, A 80. 1710 durch Raschke aus Antwerpen.

Diogenes auf dem Markte. 1010. (1041.) J 3.

Grauhaarig, graubärtig, fast nackt, mit der Linken auf den Stock gestützt, in der erhobenen Rechten die brennende Laterne haltend, schreitet der lebensgrosse wunderliche Philosoph, von vorn gesehen, mitten durch den belebten Markt. Zahlreiches Volk und Vieh umringt ihn. Links und rechts vorn Gemüsefrauen. Rechts im Mittelgrunde ein gehelmter, geharnischter Reiter auf stattlichem Schimmel.

Leinwand; h. 2,35 ; br. 3,49½. – 1742 durch de Brais aus Paris.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 328. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/360&oldid=- (Version vom 1.8.2018)