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Eichenholz; h. 0,76½; br. 0,60. – 1743 durch Riedel aus Wien. – Im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 1629 als „Rubens.“ Die Eigenhändigkeit ist nicht unbezweifelt. Man hat auch diesem Bilde gegenüber an van Dyck gedacht. Ein besseres Exemplar, wie Herr Max Rooses uns mitteilt, im Privatbesitz. Immerhin erscheint uns die Eigenhändigkeit nicht unmöglich. – Phot. Braun XIII, 23.

Eine Löwenjagd. 972. (902.) J 3.

In der Mitte ist ein Löwe, nach links gewandt, auf den beturbanten Reiter gesprungen, dessen Schimmel sich unter ihm bäumt, packt ihn an der Schulter und reisst ihn herab. Ein zweiter Löwe liegt links mit den Tatzen auf einem noch lebenden, zu Boden gestreckten Manne und blickt grimmig zu dem braunen Reiter empor, der, zurückgewandt, mit seiner Lanze nach ihm sticht, während sein Ross, hinten ausschlagend, bildeinwärts davon stürmt. Ganz links im Mittelgrunde ein dritter Reiter. Rechts aber sprengen zwei geharnischte weisse Ritter mit gezückten Schwertern zur Hülfe herbei. Vor ihnen sucht eine Löwin ihr Junges, das sie im Maule trägt, in Sicherheit zu bringen; und ganz vorn wälzt sich hier ein von einer Lanze durchbohrter Panther am Boden.

Leinwand; h. 2,40; br. 3,17. – 1742 durch de Brais aus der Galerie Carignan in Paris. – Nächst der ganz anders componirten Münchener Löwenjagd ist die unsere anerkanntermaassen das bedeutendste Bild dieses Gegenstandes, welches aus der Werkstatt des Meisters hervorgegangen ist. Vergl. J. Smith, Catalogue, N. 250 und Waagen, Kl. Schriften S. 291. – Doch ist die Teilnahme von Schülerhänden an der Ausführung anzuerkennen. – Gestochen von J. Suyderholf und C. F. Letellier. Voorhelm-Schneevogt p. 227, N. 31, 2. – Phot. Braun IX, 24 und Phot. Ges.

Meleager und Atalante. 973. (907.) J 1.

Atalante sitzt links unter einem Baum und nimmt, nach rechts gewandt, den Eberkopf in Empfang, den Meleager, seinen Fuss auf den am Boden liegenden Rumpf des Tieres setzend, ihr mit der Linken überreicht, während er seine Rechte auf ihre Schulter legt und sie liebend anblickt. Links strebt ein Hund an Atalante empor. Rechts in den Wolken erscheint Eris, die Göttin der Zwietracht.

Leinwand; h. 1,68½; br. 1,21. – 1756 (?) aus dem Nachlasse des Duc de Tallard in Paris. H. – Inventar 1754, II 266. – Die gleiche Darstellung befindet sich als Breitbild in grösserem landschaftlichen Rahmen, auch mit fünf Hunden, statt des einen, in der Münchener Pinakothek. – Gestochen ist unser Exemplar von J. Meyssens, von C. Bartsch und anonym; Voorhelm-Schneevogt p. 128–129 N. 85–87. Das Bild gehört der Werkstatt der Spätzeit des Meisters an und ist unter seiner eigenhändigen Beteiligung entstanden. – Phot. Braun VIII. 20 und Phot. Ges.

Satyr und Tigerin. 974. (914.) J 3.

Unter dem rebenumwundenen Baume sitzt ein bekränzter, bocksbeiniger, gehörnter Satyr und presst, nach rechts gewandt, mit beiden Händen den Saft von Trauben teils

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 317. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/349&oldid=- (Version vom 1.8.2018)