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Die Alte mit dem Kohlenbecken. 958. (911.) J 4.

Kniestück. In einer Felsenhöhle steht, nach links gewandt, eine Alte, welche in der Rechten ein Kohlenbecken trägt, an dem sie die Linke wärmt. Von links trägt ein Jüngling Holz im Korbe herbei und bläst ein Knabe mit vollen Backen in die Glut.

Eichenholz; h. 1,16; br. 0,92. – Im Inventur Guarienti (vor 1753) N. 23 als „opera ammirabile“ des Rubens. – Eigenhändiges Werk der Frühzeit des Meisters, wohl gleich nach seiner Rückkehr aus Italien entstanden. Vergl. Bode bei v. Zahn VI, S. 201 und „Studien“ ; S. 320. – Die Gruppe ist wiederholt in der linken Hälfte des Bildes des Haager Museums, dessen rechte Hälfte mit Rubens „Schmiede Vulkans“ des Brüsseler Museums übereinstimmt. Das Haager Bild gilt für eine Copie von Jan Jordaens nach Rubens; unseres Erachtens jedoch mit Unrecht, da nichts in seiner Behandlung auf Jordaens, alles vielmehr auf die Schule des Rubens hinweist. – Gestochen von C. F. Boëtius ☼ I, 49; ferner von P. F. Basan und (in Schwarzkunst ) von J. Smith. Voorhelm-Schn. p. 154 N. 139–141. – Phot. Braun VII, 24.

Bildniss eines jungen Mannes. 959. (936.) J 2.

Brustbild, etwas nach rechts, auf dunklem Grunde. Der dunkelblonde, sonnenverbrannte junge Mann mit hellem Bart trägt einen schwarzen Rock mit weissem Klappkragen. Rechts blickt seine linke Hand hervor.

Eichenholz; h. 0,64½; br. 1,49½. – 1851 als Roélas von Dr. Hille in Dresden gekauft. Nach H. früher im Besitze König Anton’s von Sachsen. – Bei H. schon als Rubens, dem auch Bode bei v. Zahn VI. S. 201 zugestimmt hat. – Phot. Braun VI. 25 und Phot. Ges.

Bildniss eines Herrn neben einem Tische. 960. (928.) J 1.

Kniestück nach rechts auf grauem Grunde. Der schwarz gekleidete, schwarzhaarige junge Mann stützt sich mit der Rechten auf den links stehenden, mit buntem Teppich bedeckten Tisch, während er seine Linke in die Seite stemmt.

Eichenholz; h. 1,03; br. 0,72½. – Inventar 1754, II 172. Eigenhändiges Werk der früheren Zeit des Meisters, etwa um 1615. – Phot. Braun XV. 21 und Phot. Ges.

Bildniss einer Frau mit goldenen Brustschnüren. 961. (925.) J 1.

Kniestück nach links auf grauem Grunde. Sie trägt über schwarzem Kleide eine grosse weisse Halskrause und eine kleine weisse Haube. Mit der rechten Hand greift sie in ihre goldene Gürtelkette, die linke hängt herab.

Eichenholz; h. 1,03; br. 0,73½. – Nach 1742 durch Le Leu aus Paris. – Im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 17 und im Inventar 1754, II 175, als van Dyck. So noch im Abrégé 1782. Später als eigenhändiges Prachtbild des Rubens erkannt. So schon bei H. Es gehört der Frühzeit des Meisters, etwa um 1615, an. So auch Bode bei v. Zahn VI. S. 201. – Phot. Braun XIII, 22 und Phot. Ges.

Eine Wildschweinsjagd. 962. (916.) K 3.

Wilder Wald. Links zwischen knorrigen Stämmen und rauhem Astwerk gestürzter Bäume stellen sich vier Männer mit Spiessen, ein fünfter mit einer Gabel,

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 313. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/345&oldid=- (Version vom 1.8.2018)