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Eichenholz; h. 0,75½; br. 1,06. – 1741 als Inventanummer 2559 durch Rossi, also nicht durch Heinecken aus Hamburg, wie bei H. Dass unser Meister wirklich der in den Antwerpener Liggeren namhaft gemachte A. Vranx sei, ist mindestens zweifelhaft. Unser Bild scheint einem jüngeren Meister anzugehören.

Unbestimmte vlämische Meister. Um 1600.

Christus und Petrus auf dem Wasser. 950. (886.) P 3.

Links die gebirgige Küste, rechts die weite Seebucht, auf welcher das Boot mit den Männern schaukelt. Links vorn, nach rechts gewandt, steht der Heiland auf den Wellen und reicht dem ihm über die Flut entgegengehenden, jedoch einsinkenden Petrus die Hand.

Kupfer; h. 0,28; br. 0,24½. – Inventar 1722, A 1731. Damals irrtümlich als „Jordan e Breugel.“ Später, auch bei H., frageweise dem Ambrosius Francken oder Frans Francken d. j. zugeschrieben. Doch rührt es von letzterem keinesweg her; und es dem ersteren zuzuschreiben, kennen wir denselben nicht genug.

Die Kreuztragung Christi. 951. (887.) P 3.

Der Zug bewegt sich nach rechts über die Strasse. In der Mitte ist der Heiland unter der Last seines Kreuzes zusammengebrochen und hält die hl. Veronica ihm ihr Tuch hin.

Kupfer; h. 0,16½; br. 0,13½. – Inv. 1722, B 604. Damals als „Franck, Copie.“ – Später, auch bei H., frageweise dem Ambrosius oder dem jüngeren Frans Francken zugeschrieben. Vergleiche jedoch die Bemerkungen zum vorigen Bilde.

Die Versuchung des hl. Antonius. 952. (890.) P 3.

In einer Berglandschaft erhebt sich eine alte Schlossruine. Der hl. Antonius kniet betend, nach links gewandt, unter einem hohen Baume. Ihm gegenüber steht die Verführerin an der Spitze verschiedener Dämonen. Spukgestalten auch rechts vorn und links oben in der Luft.

Eichenholz; h. 0,27½; br. 0,37. – Inv. 1722, A 488. Hier mit seinen (wohl gefälschten) Initialen angeführt, die damals S . E . F., später aber S . F . F . gelesen wurden; in Folge dessen schrieben alle Kataloge seit 1812, auch noch der H.’sche, das Bild einem Meister Sebastian Francken zu. Ein solcher ist jedoch nicht bekannt. Gemeint sein kann nur Seb. Vrancx (geb. den 22. Januar 1573 zu Antwerpen, gest. daselbst den 19. Mai 1647). Dieser aber hat nicht nur ein ganz anderes Monogramm, sondern zeigt auch eine ganz andere Hand.

Felsenlandschaft. 953. (897.) P 11.

Links schroffe, mit Tannen bewachsene Felsenmassen, durch welche ein Wasserfall tost. Rechts Blick durch’s Thal auf ferne Berge. Vorn Hirten und Heerden.

Eichenholz; h. 0,33½; br. 0,46½. – Dieses unbedeutende Bildchen wurde erst 1855 dem „Vorrat“ entnommen und durch H. den Bildern des R. Savery eingereiht, dessen Hand wir jedoch nicht in ihm erkennen können.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 310. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/342&oldid=- (Version vom 1.8.2018)