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Vaters Philips, der spätestens 1591 nach Amsterdam zog. (Obreen, Archief II, p. 274.) Der Meister steht zwischen der holländischen und der vlämischen Schule, gehört seinem Stil nach jedoch eher der letzteren an.

Bauernkirmess. 937. (962.) Q 3.

Platz im Dorfe unter Bäumen. Rechts im Vordergrunde das Wirtshaus mit der roten Fahne. Vor demselben ein Holztisch mit zechenden Bauern. In der Mitte tanzen Bauern und Bäuerinnen einen Ringelreigen um den auf einem Fasse sitzenden Dudelsackbläser. Links vorn auf dem Canal ein Boot, in welches ein Betrunkener geführt wird.

Eichenholz; h. 0,52; br. 0,91½. – Zuerst im Katalog 1817.

Das Klosteralmosen. 938. (963.) P 7.

Rechts das Kloster, zu dessen Gitterfenster die Almosen hinausgereicht werden. Die Hände der vorn zahlreich versammelten Bettler und Kranken strecken sich sehnsüchtig empor. Vorn links kriecht ein Krüppel heran. Links im Hintergrunde die Stadt mit dem überbrückten Canal.

Eichenholz; h. 0,29; br. 0,45½. – Inv. 1722, A 642, als „Finckenbaum.“ – Im „Catalogue“ 1765 und im „Abrégé“ 1782 als unser einziges Work des Meisters aufgeführt. Eine alte Wiederholung im Berliner Museum.

Waldige Berglandschaft mit dem Heimzuge des Tobias. 939. (855.) P 11.

Links und rechts mächtige Waldbäume; in der Mitte auf waldigem Hügel ein Schloss; rechts ein höher gelegenes Castell. Rechts vorn der Zug des jungen Tobias. Der Engel geleitet ihn, die Frauen auf Kameelen folgen ihm, ein Hund läuft voraus. Links im Walde ein Hirsch und eine säugende Hindin.

Leinwand; h. 1,07½; br. 1,46. – 1731 durch Leplat. Inv. 8° 2258 als „alt Breugel.“ Bei H. als „Matthäus Bril“, was sicher unrichtig ist, wie schon Bode (bei v. Zahn VI, S. 199) bemerkt hat. Nach Scheibler, Dr. Not., bestimmt ein echter Vinck-Boons. Nach Maassgabe des vorigen Bildes scheint uns diese Bestimmung richtig zu sein.

Adriaan van Stalbemt.

Geb. den 12. Juni 1580 zu Antwerpen, gest. daselbst den 21. September 1662. Thätig eine Zeitlang zu Middelburg, zumeist in Antwerpen.

Ein Göttermahl. 940. (987.) Q 2.

Rechts vorn unter oben bewaldeten Felsen tafeln die Götter des Olymp. Satyrn lauschen; kleine Liebesgötter flattern über der Tafel. Links vorn sitzt Bacchus beim Fasse und erhebt ein spitzes Glas voll roten Weines. Eine

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 306. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/338&oldid=- (Version vom 1.8.2018)