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Eichenholz; rund; h. und br 0.19. – Wahrscheinlich Inventar A 469, als „Prospekt von Venedig“ und als Original von Brueghel. – Es zeigt jedoch nur die Hand eines verwandten Meisters.

Eine Seestadt. 912. (831.) P 4.

Links die Bucht mit Seeschiffen. Rechts unter hohen blauen Bergen die Stadt mit ihrer Vorstadt. Ein Schloss im Mittelgrund. Weiter zurück halblinks ein schroffer Felsen mit einem Rundturm im Meer. Rechts vorn ein Wirtshaus mit roter Fahne. Buntes Marktgewühl im Vordergrund rechts. Links Bauernweiber und Jäger mit sieben Hunden.

Eichenholz; h. 0,78; br. 1,18. – 1742 durch de Brais aus Paris. – Noch bei H. als Jan Brueghel; doch zeigt das Bild eine derbere Hand. – Phot. Braun.

Juno in der Unterwelt. 913. (802.) P 1.

Mächtige Ruinenstadt, aus welcher gelbe und rote Flammen emporschlagen. In der Mitte über dem Unterweltsflusse eine schwanke Brücke. Rad und Galgen dahinter. Vorn und im Mittelgrunde die Folterqualen der armen Seelen. Links vorn wendet Juno von ihrem Pfauenwagen sich nach den hinter ihr stehenden Furien um.

Eichenholz; h. 0,37; br. 0,48½. – Inv. 1722, A 1806. – Bei H., doch nur frageweise, Peter Brueghel d. j. zugeschrieben, dessen Hand es nicht zeigt.

Tempelruine am Seegestade. 914. (827.) P 3.

Links am waldigen Felsufer über anderen Ruinen die Trümmer eines römischen Rundtempels. Rechts im Mittelgrunde die Seebucht, im Hintergrunde blaue Berge.

Kupfer; h. 0,16½; br. 0,21½. – Inv. 1722, B 528. Die Nummern stehen noch drauf. Die Provenienzangabe bei H. ist daher irrig. – Im alten Inventar wohlweislich ohne Angabe des Künstlernamens. Bei H. als Jan Brueghel, mit dem das feine Bildchen nur eine entfernte Verwandtschaft zeigt. Dass es in der That späteren Ursprungs ist, beweist schon die Kupferplatte, auf welcher hinten PEETER STAS eingegraben steht. Peeter Stas (Staes) war ein Antwerpener Kupferdrucker, welcher erst 1655–56 Meister der Gilde wurde (Liggeren II, p. 268 und 273). Stich von Beaumont nach einem ähnlichen Bilde Brueghel’s aus dem Cabinet de la Verrue.

Die hl. Familie im Blumenkranz. 915. (838.) Q 2.

Maria sitzt mit dem Kinde unter Bäumen im Walde. Neben ihr sitzt Joseph. Der kleine Johannes steht vor ihr. Rechts Waldblick. Der Blumenkranz, welcher dieses hochovale Mittelbild umrahmt, hebt sich vom schwarzen Grunde ab. Links eine Fliege auf einer weissen Blume.

Kupfer; h. 0,51½; br. 0,38. – Inv. 1722, B 359, als „Seghers.“ Im Inv. 1754 dem „Franck sen.“ und „Breughel“ zugeschrieben. Bei H. als Jan Brueghel und Ambr. Francken. Am meisten von Jan Brueghel hat die Landschaft.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 299. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/331&oldid=- (Version vom 1.8.2018)