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Staffage dem Hub. Goltzius zugeschrieben. Doch wies der Stil auf keinen dieser Meister hin. Unsere Entdeckung des Monogrammes hat das Rätsel plötzlich gelöst. Das Monogramm findet sich genau so auf der Landschaft Gillis van Coninxloo’s von 1604 in der Galerie Liechtenstein zu Wien. Uebrigens ist das Bild schon um 1600 von Nik. de Bruyn als Werk des Gillis van Coninxloo mit nur leichten Abweichungen gestochen. Die figürliche Scene des Vordergrundes rührt wahrscheinlich von Martin van Cleef her, der nach K. v. Mander (Ed. Hymans II, S. 120) die Figuren für die Landschaften des Meisters zu malen pflegte.

Paul Bril.

Geb. zu Antwerpen 1554, gest. zu Rom den 7. October 1626. Schüler des Daniel Oortelmann in Antwerpen, dann seines Bruders Matthäus Bril (geb. zu Antwerpen 1550, gest. zu Rom 1584) in Rom. Daselbst unter dem Einflusse der Landschaften der Carracci und Elsheimer’s weiterentwickelt.

Römische Ruinenlandschaft. 858. (864.) 21 b.

Links vorn dem römischen Forum entlehnte Säulenruinen; eine Osteria mit Laubenvorbau im alten Gemäuer; im Hintergrunde eine Kirchenkuppel. Rechts, hinter bewohnten und verfallenen Gebäuden, ferne blaue Berge. Im Vordergrunde buntes Leben von Menschen und Vieh. Bez. u. i. d. M.:

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Dazu die Brille, das Merkzeichen des Meisters, am Wirtshausschilde.


Kupfer; h. 0,21½; br. 0,29. – 1742 de Brais aus Paris. – Gegenstück zum folgenden.

Italienisches Flussthal. 859. (863.) 21 b.

Links vorn unter Säulen eine Schmiede, im Mittelgrunde eine Burgruine auf steiler Felshöhe, zu der eine Brücke über den Fluss hinüberführt. Rechts vorn am Wege hohe Bäume. Hinten blaue Berge.

Kupfer; h. 0,22; br. 0,30½. – 1742 durch de Brais aus Paris. – Gegenstück zum vorigen.

Gebirgslandschaft. 860. (860.) P 1.

Ein schmaler Fluss bildet vorn in der Mitte einen kleinen Wasserfall. Weiter zurück ist er von einem Holzsteg überbrückt. Links neben diesem erhebt sich ein burggekrönter Felsen, hinter dem die belebte Strasse berganführt. Rechts, gegenüber, andere Gebäude, hinten eine hellbeleuchtete Stadt, vorn am Wege ein hoher Baum. Bezeichnet links unten;

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Dazu die Brille am Wirtshausschilde.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 287. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/319&oldid=- (Version vom 1.8.2018)