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Eichenholz; h. 0,86; br. 1,59½. – Inv. 1754, II 639, als „Floris“; so auch noch bei H. – Indessen vermögen wir die Hand dieses Meisters nicht in dem Bilde zu erkennen. Dass wir recht haben, es zu Aertsen in Beziehung zu setzen, beweisen z. B. dessen „Kreuztragung“ im Berliner (Verzeichniss von 1883, S. 3) und „Kreuzigung“ im Antwerpener Museum. So zuerst Scheibler, Dr. Not. – Phot. Braun.

Holländischer Meister. 1548.

Weibliches Bildniss. 846. (1893.) N 1.

Halbfigur nach links auf bräunlichem Grunde. Die Dame in schwarzem Kleide mit roten Unterärmeln und weisser Haube fasst mit beiden Händen, deren Finger Ringe schmücken, den Rosenkranz, der von ihrer Gürtelkette herabhängt. Bez. oben links: ÆTATIS . 41.; rechts; A° . 1548.

Eichenholz; h. 0,80; br. 0.60. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. Damals (Inv. Guarienti S. 1689) als „Maniera di Holbein.“ Bei H. als „unbekannt“ in der deutschen Schule. Dass das Bild niederländisch ist, hat schon Bode (bei v. Zahn VI, S. 199) bemerkt. Wir sehen mit Scheibler (Dr. Not.) die Hand eines dem Heemskerk verwandten Holländers in ihm. – Phot. Braun XIII, 20 und Phot. Ges.

Antoon Mor (Moor, Moro).

Geb. zu Utrecht im ersten Viertel des XVI. Jahrhunderts, gest. zu Antwerpen zwischen 1576 und 1578. Schüler des Jan Van Scorel in Utrecht. Auf vielen Reisen (auch nach Italien und Spanien) weitergebildet. Thätig zeitweilig in Rom, Madrid, Lissabon, London, Brüssel, wiederholt in Utrecht, seit 1547 aber zumeist in Antwerpen.

Bildniss eines Utrechter Canonicus. 847. (1174.) 21 b.

Brustbild fast von vorn auf blaugrünem Grunde. Der weissbärtige Herr trägt eine schwarze Mütze, einen braunen Mantel über schwarzem Rocke und das rote Kreuz der Canonici von Utrecht an goldner Kette. Seine beiden Hände kommen rechts nur halb zum Vorschein.

Eichenholz; h. 0,34½; br. 0,29. – Nach H. im Inv. 1722; doch konnte das Bild von uns zuerst im Inv. 1754, II 393, als „Holbein“ nachgewiesen werden. – Die Inschrift auf der Rückseite, welche es als ein Werk des „A. Moore“ bezeichnet, ist zwar nicht echt alt, könnte aber doch auf eine gute Ueberlieferung zurückgehen. .Jedenfalls schliesst das Bild sich dem Bildnisstil Scorel’s noch so sehr an, dass es, wenn es von Mor herrührt, ein frühes .Jugendbild dieses Meisters sein muss. – Scheibler (Dr. Not.) hält es sogar für wahrscheinlicher, dass es noch ein Bild des Scorel selbst sei. – Phot. Braun XI, 17 und Phot. Ges.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 281. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/313&oldid=- (Version vom 1.8.2018)