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Leinwand; h. 0,72; br. 0,59. – 1725 durch Leplat; im Inv. 1722, A 1592, irrig als Werk Salvator Rosa’s. – Als Guillaume Courtois (Guglielmo Cortese) seit dem „Catalogue“ von 1765.

François Millet.

Auch Milet, Milé, Millé, in der Regel Francisque genannt. Getauft zu Antwerpen den 27. April 1642, begraben zu Paris den 3. Juni 1679. Vergl. Jal. Dict., p. 865. Zog mit seinem Lehrer L. Francken in seinem 18. Jahre nach Paris, wo er sich im Anschluss an Nic. Poussin und Gasp. Dughet zum Landschafter ausbildete. Thätig hauptsächlich zu Paris.

Römische Berglandschaft. 754. (728.) 6 c.

Durch den Mittelgrund zieht sich eine Bogenleitung über die Wiese und über den Fluss, welcher neben einem Rundturm einen Wasserfall bildet. Die Wiese, auf welcher Schafe weiden, ist warm sonnig beleuchtet. Rechts schöne Baumgruppen. Blaue Berge im Hintergrunde. Links im Hohlweg begegnen sich ein Mann, neben dem eine Frau zu Fuss geht, und eine Frau, die ein Kind an der Hand führt.

Leinwand auf Eichenholz geklebt; h. 0,54; br. 0,65½. – 1862 von Mr. Alex. Allen in London. Damals und bei H. dem Gasp. Poussin zugeschrieben. Schon von Bode (v. Zahn’s Jahrbücher 1873, VI , S. 198) als Werk Millet’s erkannt, eine Benennung, die seitdem von allen Seiten Zustimmung gefunden hat. In der That lassen weder die Behandlung des „Baumschlags“, noch die buntere Farbenstimmung des Bildes, noch auch die Formengebung der Staffage einen Zweifel daran, dass es eins der schönsten Werke Millet’s ist. – Vergleiche auch des Verfassers Text zu Braun’s Galeriewerk S. 64–65. – Phot. Braun II, 19 und Phot. Ges.

Landschaft mit einem Rundturm. 755. (1702.) 6 a.

Vorn links ein Weg, auf dem ein Mann, eine Frau und ein Kind wandeln, rechts ein Fluss. Im Mittelgrunde rechts stattliche Bäume, in der Mitte ein Rundturm neben einer sonnig beleuchteten Ortschaft.

Leinwand; h. 0,60; br. 0,64. – 1740 erworben; Inventar 8° A, 2507. – Schon dort als Millet; doch ist dessen Urheberschaft nicht unbestritten.

Daniel de Savoye.

Geb. 1644 zu Grenoble, gest. 1716 zu Erlangen. Schüler des Seb. Bourdon in Paris. Später viel auf Reisen, besonders in Deutschland, 18 Jahre lang in Dresden.

Die Gattin des Künstlers. 756. (746.) 44 a.

Brustbild ohne Hände halb nach rechts auf grauem Grunde. Sie trägt ein ausgeschnittenes helles Kleid und einen blauen Mantel. Eine dunkle Locke fällt auf ihre linke Schulter herab.

Leinwand; h. 0,74; br. 0,59. – Zuerst im Katalog von 1835.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 249. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/281&oldid=- (Version vom 1.8.2018)