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Leinwand; h. 1,60; br. 1,18. – 1853 in London aus der Sammlung Louis-Philippe. – Es bedarf eines erneuten Vergleichs mit den Bildern Juan de Ribalta’s in Valencia, um festzustellen, ob das unsere diesem mit Recht zugeschrieben worden. – Phot. Braun VIII, 18.

Fr. de Zurbaran.

Getauft zu Fuente de Cantos an der Grenze von Estremadura, den 7. November 1598, gest. zu Madrid 1662. Schüler des Juan de Roélas zu Sevilla. Thätig zu Sevilla und Madrid, in letzterer Stadt als Hofmaler König Philipp’s IV.

Des hl. Bonaventura Papstwahl. 696. (697.) H 1.

Als die Cardinäle sich 1271 über die Wahl des Papstes nicht einigen konnten, überliessen sie es dem frommen Franciskaner Bonaventura, den würdigsten Mann zu nennen. Wir sehen diesen in inbrünstigem Gebete um göttliche Eingebung nach links gewandt mit gefalteten Händen an dem mit der Scharlach-Decke behängten Tische knieen, auf dem in bronzener Schüssel die dreifache Krone ruht. Links über ihm erscheint der Engel, welcher ihm den Namen zuträgt. Rechts unten im Schatten an der Treppe drei Männer; weiter zurück im hellen Hofe die rot gekleideten Cardinäle. (Dass alle früheren Deutungen des Bildes irrig sind, hat schlagend Karl Justi nachgewiesen im Jahrb. der preuss. Kunst-Sammlungen IV, 1883. S. 152–162.)

Leinwand; h. 2,39; br. 2,22. – 1853 in London aus der Sammlung Louis-Philippe. – Es ist eine der vier Scenen aus dem Leben des hl. Bonaventura, welche der 31jährige Meister 1629 neben Herrera el viejo in der Kirche S. Bonaventura zu Sevilla gemalt hat. Von den drei anderen, welche bislang irrig mit Bildern aus dem Cyklus des Lebens des hl. Pedro Nolasco, den der Meister ebenfalls gemalt, verwechselt wurden, befinden sich zwei im Louvre zu Paris, das dritte im Berliner Museum. Vergl. Karl Justi a. a. O. – Phot. Braun IV, 16.

Diego Velazquez.

Diego Rodriguez de Silva y Velazquez, oder Diego de Silva Velazquez. Getauft zu Sevilla den 6. Juni 1599, gest. zu Madrid den 6. August 1660. Schüler des Fr. Herrera d. ä. und des Fr. Pacheco zu Sevilla. Selbständig zu einem der grössten Bildnissmaler und freisten Techniker aller Zeiten entwickelt. Thätig zu Sevilla und Madrid, vorübergehend auch in Italien.

Männliches Bildniss. 697. (694.) J 2.

Kniestück nach rechts auf graubraunem Grunde. Der vornehme Herr mit kurzem grauen Haar, Schnurr- und Backenbart trägt einen schwarzen Anzug mit abstehendem

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 230. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/262&oldid=- (Version vom 1.8.2018)