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Später besonders durch das Studium Correggio’s weiterentwickelt. Thätig zu Bologna, zu Genua, hauptsächlich aber zu Mailand.

Ein Frauenraub. 642. (511.) E 2.

Links zieht ein Mann das rechts vorn im Wasser liegende Boot an’s Ufer. Im Boote hält ein alter Wächter eine Frau, welche abwehrend die Rechte emporstreckt. Der jugendliche, fast nackte Held des Stückes schreitet mit seinem Schwert in der Rechten über einen zu Boden gestürzten Gegner hinweg, um ein geraubtes nacktes Weib in’s Boot zu tragen.

Leinwand; h. 2,65; br. 2,50. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Venturi p. 358. – Der Gegenstand lässt sich schwer näher bestimmen.

Heilige Familie. 643. (512.) F 3.

Maria umfasst, nach rechts gewandt den vor ihr stehenden Christusknaben, der mit der Linken nach ihr emporgreift, mit der Rechten aber, abgewendeten Blickes, in einen Fruchtkorb langt, den der vordere der beiden rechts stehenden grossen Engel ihm reicht. Links blickt Joseph herüber.

Eichenholz; h. 1,62; br. 1,07½. – Inv. 1722 ff., A 1151; 1728 durch Perodi als „Caravaggio.“ Jedoch im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 153 bereits als „Giulio Cesare Procaccini“, dessen Typen und Farben es zeigt, und als „aus der Sammlung Belgiojoso in Mailand.“ – Gestochen von Jos. Camerata. – Phot. Braun XIV. 3.

Schule Giulio Cesare Procaccini’s.

Heilige Familie. 644. (513.) R 8.

Maria beugt sich, nach links gewandt, zu dem neben ihr stehenden, sie umhalsenden Jesusknaben herab. Links sitzt Joseph. Rechts stehen zwei Engel mit Blumen. Im Hintergrunde eine stark nachgedunkelte Landschaft.

Leinwand; h. 0,76; br. 0,96½. – Zuerst nachweisbar im Katalog von 1835. – Die Verwandtschaft mit dem vorigen Bilde ist augenfällig. Für den Meister selbst ist es jedoch nicht gut genug.

Camillo Procaccini.

Geb. zu Bologna um 1550, gest. zu Mailand 1627. Bruder Giulio Cesare’s, Schüler seines Vaters Ercole Procaccini d. ä., welcher Bolognese war, aber eine Schule in Mailand gründete. Thätig zumeist in Mailand.

Der hl. Rochus, Pestkranke heilend. 645. (510.) F 3.

Der Heilige, über dem ein Engel schwebt, steht, vom Volk umringt, in der Mitte vor einem Palaste. Vor ihm kniet flehend ein junger Mann. Links vorn unter anderen Leichen liegt eine Mutter mit ihrem Kinde. Rechts trägt ein kräftiger, von hinten gesehener Mann, neben dem ein jüngerer schreitet, eine Leiche auf seiner Schulter.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 213. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/245&oldid=- (Version vom 1.8.2018)