Seite:Karl Woermann Katalog der Gemäldegalerie Dresden 1887.pdf/224

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.


Andrea Celesti.

Geb. zu Venedig 1639, gest. daselbst 1706. Suchte das Studium der älteren venezianischen Meister mit der in den Formen ausladenderen, in der Färbung süsslicheren Geschmacksrichtung seiner Zeit zu vereinigen. Thätig zu Venedig.

Der bethlehemitische Kindermord. 542. (382.) E 1.

Links vor einem Palaste ein wildes Durcheinander von dreinhauenden und stechenden Männern, toten, flüchtenden, ringenden Frauen und sterbenden Kindern. Weiter rechts hält ein kräftiger, stark ausschreitender Mann ein Kind in die Höhe. Noch weiter rechts kniet ein anderer, im Begriffe, ein Kind, das er am rechten Beine emporhält, mitten durchzuhauen.

Leinwand; h. 2,72; br. 4,34. – Inventar 1722. A 69.

Die Israeliten, ihren Schmuck zusammentragend. 543. (383.) E 3.

2. Buch Mosis, Cap. 32. Aus dem Goldschmucke soll das goldne Kalb gegossen werden. Links sitzt eine Frau, deren nacktes Kind neben ihr steht und sich an sie schmiegt. Rechts bücken sich zwei Männer, um ihre Gaben auf den Boden zu legen. Hinten das Volk in der Wüste.

Leinwand; h. 1,39; tr. 2,02. – 1725 durch Leplat.

Bacchus und Ceres. 544. (384.) E 3.

Links sitzen die beiden Gottheiten liebend nebeneinander: Ceres vorn, Bacchus, welcher eine Schale in der erhobenen Linken hält, weiter zurück. Zu ihren Füssen erhebt ein kleiner Liebesgott einen Pfeil in der Linken; ein zweiter verrichtet ein Bedürfniss. Hinten bacchisches Treiben.

Leinwand; h. 1,78; br. 1,93. – 1725 durch Leplat. – Phot. Braun X, 9.

Antonio Bellucci.

Geb. 1654 zu Pieve di Soligo bei Treviso, gest. ebenda 1715. (Federici Mem. II, p. 122.) Gebildet in Venedig; thätig nacheinander an den Höfen Kaiser Joseph’s II. in Wien, des Kurfürsten Johann Wilhelm in Düsseldorf und zu London. Vorzugsweise aber in Venedig.

Venus und Amor. 545. (386.) 35 a.

Die Göttin sitzt rechts auf rotem Tuche im grünen Rasen, auf schwellende Kissen gelehnt. Mit beiden Händen hält sie ihre Taube, die sie füttert. Links zu ihren Füssen sitzt Amor, eine Taube an der Leine. Schöne Berglandschaft.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 192. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/224&oldid=- (Version vom 1.8.2018)