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steht Joseph, deutet auf’s Kind und wendet sich zu den Hirten zurück, die schüchtern in der offenen Thür stehen. Oben im Goldlicht musiciren sieben nackte Engelknäblein.

Kupfer; h. 0,34½; br. 0,42½. – 1742 der Sammlung Dubreuil in Paris.

Die Ruhe auf der Flucht. 345. (570.) 3 c.

Links unter üppigen Bäumen reicht Maria ihrem Kinde die Brust. Joseph sitzt lesend neben ihr; zwei Engel in weissen Gewändern stehen hinter ihr; drei Flügelköpfchen schweben über ihr. Zwei kleine Engel machen sich links im Wipfel einer Palme zu schaffen; drei andere musiciren rechts auf einer Wolke. Rechts unten führt ein Engel den Esel auf die Weide,

Leinwand; h. 0,67; br. 0,81. – 1742 aus der Sammlung Carignan zu Paris. – Aehnlich ein Bild des Meisters im Louvre zu Paris. – Phot. Braun XIV, 4.

Heilige Familie. 346. (571.) 4 b.

Links unter einer abgebrochenen Säule sitzen Maria und Elisabeth; jene umfasst den vor ihr in seiner Wiege stehenden Christusknaben, diese hält den kleinen Johannes, welcher sich vom Jesusknaben umarmen und herzen lässt. Ganz links zwei Engel. Rechts sitzt Joseph mit einem Buche an seiner Hobelbank. Zwei Engel streuen Blumen.

Kupfer; h. 0,67; br. 0,50½. – 1725 durch Leplat. – Ein ähnliches Bild im Louvre zu Paris.

Schule Franc. Albano’s.

Die Ruhe auf der Flucht. 347. (532.) 35 a.

Rechts sitzt Maria mit dem Kinde an einem Säulenstumpfe. Links steht Joseph neben dem Esel und blickt gen Himmel, von dem sich fünf Engel mit einem Kreuze herablassen. Im Hintergrunde üppige Landschaft.

Kupfer; h. 0,70½; br. 0,51½. – 1741 durch Rossi aus Italien als „Andrea Sacchi“, was jedenfalls, da die Schule Albano’s, der dieser Meister angehörte, unverkennbar ist, genauer war, als es mit H. der „Schule der Carracci“ zuzuschreiben. – Vielleicht wirklich ein Jugendwerk Sacchi’s.

Die Wäsche während der Flucht. 348. (533.) 36 b.

Maria kniet bei ihrer Wäsche rechts unter dem Felsenquell. Der Jesusknabe hilft ihr. Links hängt Joseph die Tücher an den Baum.

Kupfer; h. 0,42½; br. 0,30½. – Inv. 1722 A 482 als „Albano“, was jedenfalls, da die Richtung dieses Meisters unverkennbar ist, der Wahrheit näher kam, als es mit H. nur allgemein der „Schule des Carracci“ zuzuschreiben. Zeigt es dochl, wenn auch etwas anders zusammengefügt, dieselben Motive, wie Albano’s durch Guil. Vallot’s Stich bekanntes Bild „La Laveuse“.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 142. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/174&oldid=- (Version vom 1.8.2018)