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Leinwand; h. 0,52½; br. 1,25½; – 1725 durch Leplat, insofern es, wie auch H. annahm, das Bild des Inventars 1722, A 1565. ist. Dieses Bild wird hier aber dem Annibal Carracci zugeschrieben, während Hübner es zu den zweifelhaften Bildern Maratti’s stellte. Für diesen hat es zu schwarze Schatten und ist es nicht flüssig genug gemalt. Jedenfalls glauben wir, dass es, wenn auch nicht einem unmittelbaren Schüler, so doch einem Enkel-Schüler der Carracci angehört.

Der hl. Sebastian. 319. (552.) H 4.

Nur mit blauem Schamtuch angethan, ist or vor den Mauern einer Festung an einen Baumstumpf gebunden und bewegt, schon von Pieilen getroffen, krampfhaft Arme und Beine. Seine Kleider liegen links am Boden.

Leinwand; h. 1,38½; br. 0,94½. – Scheint unter „Giorgione’s“ Namen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts durch Le Leu aus Paris gekommen zu sein. Später der „Schule des Domenichino“ eingereiht; so auch noch bei H. – Es ist .jedoch nur im allgemeinen die Schule der Carracci erkennbar.

Angeblich Pietro Faccini.

Geb. zu Bologna 1562, gest. daselbst 1602. Anfangs Schüler der Carracci. Später stellte er ohne sonderlichen Erfolg eine eigene Akademie in Bologna der ihrigen gegenüber.

Die Verlobung der hl. Katharina. 320. (537.) 32 a.

Rechts vorn sitzt Maria in schöner Landschaft. Der Jesusknabe auf ihrem Schoosse steckt der knieenden hl. Katharina den Ring an den Finger. Rechts der hl. Hieronymus, dessen Hut am Baume hängt, und drei weibliche Heilige. Links vorn drei kleine Putten.

Ital. Pappelholz; h, 0,26½; br. 0,19½. – Inventar 1722, A 466, als Copie nach Parmeggianino, an dessen Stil es in der That erinnert. – Im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 284 dem Pietro Faccini zugeschrieben, als „Opera pregiatissima dell’ autore.“ So auch noch bei H. Ob mit Recht, steht dahin.

Maria mit dem Kinde und Heiligen. 321. (530.) 3 b.

Das bewegte Kind liegt auf dem linken Knie der hochthronenden Maria. Von rechts beugt sich eine weibliche Heilige herüber, umfasst es und herzt es. Ganz rechts steht der hl. Franciscus mit gefalteten Händen und verneigt sich tief. Links steht Joseph; vor ihm schreitet der kleine Johannes, dem sein Lamm folgt, die Stufen hinan.

Kupfer; h. 0,42½; br. 0,31. – Im Inventar 1722, A 659 , als „Art des Parmeggianino.“ Im „Catalogue“ von 1765 als „Schule des P. Faccini.“ Seit dem Katalog von 1835, wie N. 320, als eigenhändiges Werk Faccini’s. Beide Bilder zeigen jedoch durchaus nicht dieselbe Hand.

Guido Reni.

Geb. den 4. November 1575 zu Bologna, gest. daselbst den 18. August 1642. Anfangs Schüler des Dionigio Calvaert,

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 135. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/167&oldid=- (Version vom 1.8.2018)