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dem Kriegshelm bleich geworden, wir sollten anderen Leuten die Macht in den Schoss werfen, obschon wir außerdem einen Mann unter uns haben, welcher des Thrones weit würdiger ist? 594 Wann werden wir denn je noch einen besseren Anlass finden, diesem Manne für das uns bewiesene Wohlwollen den schuldigen Dank zu erstatten, wenn wir diesen Augenblick unbenützt vorübergehen lassen? So hoch der Anspruch des Vespasian auf den Thron über dem des Vitellius, so hoch steht auch unser Recht auf die Kaiserwahl über dem der Vitellianer; 595 denn die Feldzüge, die wir durchgemacht haben, sind wahrhaftig nicht minder strenge gewesen, wie die der germanischen Soldaten, und wir haben uns auch unter den Waffen gewiss nicht weniger ausgezeichnet, als jene, die nur einen Tyrannen aus Germanien nach Italien geleitet haben. 596 Wir werden übrigens keine schwere Mühe haben. Weder der Senat noch das römische Volk wird sich lieber den liederlichen Vitellius statt des anständigen Vespasian gefallen lassen, und sicher werden sie nicht einen der grausamsten Tyrannen lieber zum Vorgesetzten haben wollen, als einen gütigen Kaiser, noch einen kinderlosen Mann, wenn sie einen Vater haben können. Bildet ja doch stets eine legitime Thronfolge die festeste Stütze des Friedens. 597 Soll nun das Scepter in der Hand eines erfahrnen Greises liegen, gut, so haben wir Vespasian, soll es in der kräftigen Faust eines Jünglings ruhen, gut, so haben wir dann den Titus: kurz, es werden sich die Vortheile, die das beiderseitige Alter mit sich bringt, hier miteinander paaren. 598 Wir werden endlich nicht die einzigen bleiben, die jetzt den Erkornen unsere Streitkräfte, in der Starke von drei Legionen sammt den Hilfstruppen der Könige, zur Verfügung stellen, sondern es werden gewiss der ganze Orient und auch Europa, soweit es nichts von Vitellius zu fürchten hat, sowie die zwei Bundesgenossen, die wir in Italien haben, ein Bruder des Vespasian und der andere Sohn desselben, sich auf unsere Seite stellen, 599 von denen der letztere für viele vornehme Jünglinge ein Anziehungspunkt sein wird, während dem andern die Stadtpräfectur anvertraut ist, ein Posten, der für die Besitzergreifung des Thrones nicht wenig entscheidend sein dürfte. 600 Mit einem Worte, wenn wir zaubern, so könnte es sich leicht ereignen, dass der Senat selbst die Ernennung des Mannes vornimmt, den seine eigenen Krieger, weil sie seinen Wert nicht kannten, auch nicht höher steigen lassen wollten.“

601 (4.) Diese und ähnliche Reden wurden unter den Soldaten zunächst nur gruppenweise gewechselt. Dann kam es zu einer allgemeinen Versammlung, in der die Soldaten endlich, einer vom andern angefeuert, Vespasian laut zum Kaiser ausriefen und ihn aufforderten, den wankenden Thron zu retten. 602 Hatte nun Vespasian auch schon

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 360. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/360&oldid=- (Version vom 1.8.2018)