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als die Juden! Denn während die Juden für Freiheit und Heimat den Kampf wagen, gibt es dagegen für uns nichts höheres, als Ruhmesglanz und Ehre, die von uns verlangen, dass wir auch nicht den Schein aufkommen lassen, als müssten wir nach Bezwingung einer ganzen Welt die Macht des jüdischen Volkes noch als einen gleichwertigen Gegner betrachten. 481 Schließlich wäre noch zu berücksichtigen, dass kein Grund vorhanden ist, gleich das Allerschlimmste zu befürchten, da eine beträchtliche Verstärkung und zwar aus nächster Nähe im Anzuge ist, ja, dass wir im Gegentheil für uns allein schon mit kecker Hand den Siegeskranz erringen könnten, und schon aus dem Grunde den vom Vater uns geschickten Hilfstruppen zuvorkommen sollten, damit die Heldenthat unser ausschließliches Werk und ihr Ruhm ganz ungeschmälert bleibe. 482 In dieser Stunde handelt es sich nach meiner Ueberzeugung um nichts geringeres, als um die Ehre meines Vaters, um die meinige und um eure Ehre: um die Ehre meines Vaters, dass der Glanz seiner früheren Waffenthaten nicht getrübt werde; um meine Ehre, dass ich mich eines solchen Vaters würdig zeige, wie ihr eures Führers Titus! Meinem Vater ist ja der Sieg ein gewohntes Bedürfnis, und was mich betrifft, so würde ich es nicht über mich bringen, vom Feinde überwältigt, mich wieder vor ihm blicken zu lassen. 483 Ihr Soldaten aber, wie müsstet ihr euch schämen, wenn ihr vor dem Feinde zurückweichen würdet, während euer Führer im dichtesten Kampfgewühl sich befindet! Denn wisset, dass ich nur an eurer Spitze der Gefahr ins Auge schauen und der erste beim Sturme auf die Feinde sein werde! 484 Also nur immer mir nach, in der festen Ueberzeugung, dass, wo immer ich mir Bahn brechen will, Gott als Mitkämpfer mir zur Seite stehen wird, und wisset zum voraus, dass die Frucht eines Sieges sicher nicht auf den bloßen Kampf vor der Mauer beschränkt bleiben wird.“

485 (3.) Bei diesen Worten des Titus fiel es wie göttliche Begeisterung auf die Seelen der Männer, so dass sie, als wirklich noch vor dem Zusammenstoß Trajan mit 400 Reitern zur Verstärkung eintraf, darüber sogar in Aerger geriethen, da sie durch deren Betheiligung am Kampfe ihren eigenen Siegesruhm verkümmert sahen. 486 Vespasian hatte außerdem noch den Antonius Silo mit 2000 Bogenschützen zu Hilfe geschickt und ihnen die Aufgabe zugewiesen, den der Stadt gegenüberliegenden Bergabhang zu besetzen und von da aus die Juden auf der Stadtmauer zurückzujagen. 487 Während nun die Schützen den erhaltenen Befehlen gemäß die Leute auf der Mauer, welche die ihrigen unterstützen wollten, in der That vollständig in Schach hielten, jagte Titus auf seinem Pferde zu vorderst gegen den Feind, hinter ihm

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 288. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/288&oldid=- (Version vom 20.2.2020)