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Flavius Josephus: Juedischer Krieg (Bellum juadicum) übersetzt von Philipp Kohout

Vorrede des Uebersetzers.

Wenn die Vorrede das Erscheinen einer Arbeit begründen sollte, so wäre sie wohl in diesem Falle eine höchst überflüssige Sache. Der Unterzeichnete hat sich schon vor Jahren die Frage vorgelegt, und mit ihm gewiss viele andere, die ihr Beruf auf das Feld der Bibelwissenschaften geführt hat, wie es denn zu erklären sei, dass gerade das originellste Werk des Geschichtsschreibers Flavius Josephus, wie Paret mit Recht den jüdischen Krieg bezeichnet, so wenige Bearbeiter finde. Wir haben vor längerer Zeit eine besondere Uebersetzung der umfangreicheren und dabei matter geschriebenen Alterthümer desselben von Kaulen erhalten, auf die im letzten Jahre neuerdings eine deutsche Uebertragung gefolgt ist, aber das kürzere und interessantere Werk des Krieges blieb seit Gfrörer und Paret für die Uebersetzer ein verschlossenes Buch, und beschied man sich selbst in neueren Gesammtausgaben, diese Uebersetzungen, die schon vor einem halben Jahrhundert und darüber das Licht erblickt haben, dem deutschen Publicum darzubieten, obschon sich gerade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Gebiete der biblischen Archäologie und Topographie, wie auch der Textkritik bedeutende Fortschritte vollzogen haben. Wenn es nun der Unterzeichnete gewagt hat, eine neue Uebersetzung davon nach Einsicht in die griechischen Textausgaben von S. H. Naber, Leipzig 1895, und Bened. Riese, Berlin 1894, herauszugeben, so hat ihn dazu vor allem der öfter empfundene Mangel eines so trefflichen Behelfes, wie es anerkanntermaßen das Buch vom Kriege ist, bewogen, in zweiter Linie aber auch die Erwartung, mit einer lesbaren und dabei nicht allzu freien oder ungenauen Verdeutschung den Theologen, Geschichtsfreunden und Gebildeten jeder Art einen Dienst zu erweisen. Die Uebersetzung hat sich indes nicht einseitig einen der obigen Texte zur Vorlage genommen, was schon darum nicht möglich war, weil die erwähnten Ausgaben nicht selten und an nicht unwichtigen Stellen auch voneinander wieder abweichen. Eine Rechtfertigung der Uebertragung war selbstverständlich nur ausnahmsweise in den Anmerkungen möglich, doch glaubt der Uebersetzer ruhig versichern zu können, dass er sich bei aller Freiheit, die er sich in einzelnen Wendungen, Satzanschlüssen und bei Uebergangspartikeln gestattete, keine Mühe verdrießen ließ, um dem Gedanken des Verfassers nicht bloß eine kleidsame,

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: Juedischer Krieg (Bellum juadicum) übersetzt von Philipp Kohout. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite V. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/005&oldid=- (Version vom 1.8.2018)