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Du starke Frau, du Mutter seiner Söhne,
Vollbrachtest still des Hauses schwere Pflicht,
Verstandest tief die wehmuthvollen Töne;
Du littest viel, allein du klagtest nicht;
Wie du geduldet, wie du bang gerungen,
Das weiss nur Gott; kein Lied hat es gesungen.

Josepha von Hoffinger.



Dante und Jacopone.
(Siehe oben S. 90.)

Zum festlichen Turniere strömt die Menge,
Den Jungen folgen keuchend nach die Alten,
Es geht zum Markt, wo schon die Ritter halten,
Und um die Schranken wird der Raum zu enge;
Und Jeder sucht, wie er sich näher dränge
Den kampfbereiten, trotzigen Gestalten.
Bald wird das Schauspiel prächtig sich entfalten;
Schon schmettern weithin der Trompeten Klänge.
Doch, wer liess dort, den Rücken zugewendet
Dem Festgepränge, sich im Schatten nieder
Mit einem Buch, das Zufall ihm gespendet?
Schon strömt vom Markt die Menge heimwärts wieder,
Nur Dante merkt nicht, dass das Fest beendet.
Der Welt entrückt durch Jacopone’s Lieder.

Julius Sturm.


Empfohlene Zitierweise:
Jahrbuch der Deutschen Dante-Gesellschaft, Band 2, F. A. Brockhaus, Leipzig 1868, Seite 97. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Jahrbuch_der_Deutschen_Dante-Gesellschaft,_Band_2.djvu/111&oldid=2862985 (Version vom 24.7.2016)