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fuhr und eine Peitsche knallen ließ. Erst gegen Morgen schlief ich ein und schlief ein paar Stunden. Als ich erwachte, wurde drüben schon musizirt. Jawohl, Geigentöne, der „Karneval von Venedig“, und dazu das rhythmische Winseln verschiedener Hundestimmen. Ich weiß nicht, durch welche Quälereien der Kerl die Thiere zu dieser Singart brachte. Ich ließ den Wirth kommen und drohte mit meiner sofortigen Abreise. Daraufhin wurde der Hundelehrer mit seinen Zöglingen aus dem Hause gewiesen. Seien wir froh.“

„Die armen Hunde!“ sagte Sarah Holzmann halblaut und erröthete gleich darauf heftig, als Herr Gerhard ihr Wort aufnahm, aber nicht zu ihr, sondern zu Herrn Hellmund gewendet sprach:

„Ganz richtig, den Hunden ist nicht geholfen; er wird sie weiter quälen.“

Der Hofrath schüttelte den Kopf: „Was man Alles erfindet! Singende Hunde – das ist gegen die Natur ihrer Art.“

„Vielleicht ist jede Kunst gegen die Natur der Art,“ sagte Herr Gerhard.

Und Dr. Hübner Bey fügte hinzu: „Ja, ja, ich glaube die besten Leistungen verdanken wir Martern.“

Herr Hellmund vermochte dem Gespräch nicht mehr zu folgen. Er vertiefte sich in die Bratenschüssel, mit der leisen Genugtuung, auch einmal den allgemeinen Unterhaltungsstoff geliefert zu haben.

Nach Tische saß man gewöhnlich draußen vor dem Seehof und trank schwarzen Kaffee. Herr Hellmund wagte sich schüchtern an Herrn Gerhard heran, der ihm durch seine Kälte sehr imponirte, aber heute beinahe liebenswürdig gewesen war.

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Theodor Herzl: Philosophische Erzählungen. Gebrüder Paetel, Berlin 1900, Seite 41. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Herzl_Philosophische_Erzaehlungen.djvu/46&oldid=- (Version vom 1.8.2018)