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auf die Tastatur geriet und zwei Mollakkorde anschlug. Herr Treske war in einer Sitzbadewanne eingeschlafen. Seine Frau ging ihrem Beruf nach.

Als am Morgen die Mieter erwachten und geneigt waren, zu glauben, daß alles ein böser Traum gewesen sei, sich die Augen rieben, mußten sie zu ihrem Entsetzen gewahren, daß das Verhängnis weiter seinen schrecklichen Lauf nahm. Eine Starre kam über die Unglücklichen, eine Lähmung, die alle Energie, jedes Denken unterband. Wie eine unabänderliche kosmische Manifestation erschien ihnen diese Katastrophe, gegen die jedes Aufbäumen zwecklos und jeder Versuch einer Hemmung ein irrsinniges Beginnen war. Wie gescheuchte Fledermäuse verbargen sie sich zusammengekauert in einem der Möbelwagen.

Tage, Wochen vergingen, und immer noch trugen mit unerschütterlicher Ewigkeitsgebärde die zwanzig Motormänner der Transportgesellschaft „Rapid“ die Möbel rein und raus. Der Hauswirt Kraus, der ahnungslos über das, was in seinem Hause vorging, seine Tage in dumpfem Kümmelrausch verbrachte und erst am ersten Mai zur Einkassierung der Mieten aus seiner Parterrehöhle hervorkroch, verfiel sofort angesichts der erdrückenden Tatsache des schrecklichen, beharrlichen Tuns der zwanzig Männer in die gleiche Starre wie seine Mieter draußen. Er kroch mühsam auf die Straße und zu den Unglücklichen in den Möbelwagen. Die gleiche Resignation befiel ihn wie diese Leidensgenossen.

Auch sein Mobiliar entging der Transportwut der Männer nicht. Seine Möbel gerieten ebenfalls in den schauerlichen Kreislauf.

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Hermann Harry Schmitz: Buch der Katastrophen. Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1916, Seite 175. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Hermann_Harry_Schmitz-Buch_der_Katastrophen-1916.djvu/173&oldid=3327560 (Version vom 1.8.2018)