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Seite:Goethe Götz von Berlichingen WA Bd 8 112.jpg

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Georg (lehnt den Löffel an). Laß mich sehn.

Lerse (schießt). Da liegt der Spatz.

Georg. Der schoß vorhin nach mir, (Sie gießen.) wie ich zum Dachfenster hinausstieg, und die Rinne holen wollte. Er traf eine Taube die nicht weit von mir saß, sie stürzt’ in die Rinne; ich dankt’ ihm für den Braten und stieg mit der doppelten Beute wieder herein.

Lerse. Nun wollen wir wohl laden, und im ganzen Schloß herum gehen, unser Mittagessen verdienen.

Götz kommt.

Götz. Bleib, Lerse! Ich habe mit dir zu reden! Dich, Georg, will ich nicht von der Jagd abhalten. (Georg ab.)

Götz. Sie entbieten mir einen Vertrag.

Lerse. Ich will zu ihnen hinaus, und hören was es soll.

Götz. Es wird sein: ich soll mich auf Bedingungen in ritterlich Gefängniß stellen.

Lerse. Das ist nichts. Wie wär’s, wenn sie uns freien Abzug eingestünden, da ihr doch von Sickingen keinen Entsatz erwartet? Wir vergrüben Geld und Silber, wo sie’s mit keiner Wünschelruthe finden sollten, überließen ihnen das Schloß, und kämen mit Manier davon.

Götz. Sie lassen uns nicht.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Weimar: Hermann Böhlau, 1889, Seite 112. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Goethe_G%C3%B6tz_von_Berlichingen_WA_Bd_8_112.jpg&oldid=3320684 (Version vom 1.8.2018)