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Seite:Goethe Götz von Berlichingen WA Bd 8 029.jpg

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setzt euch, thut als wenn ihr zu Hause wärt! Denkt, ihr seid einmal wieder bei’m Götz. Haben doch lange nicht beisammen gesessen, lang keine Flasche mit einander ausgestochen. (Bringt’s ihm.) Ein fröhlich Herz!

Weislingen. Die Zeiten sind vorbei.

Götz. Behüte Gott! Zwar vergnügtere Tage werden wir wohl nicht wieder finden, als an des Markgrafen Hof, da wir noch beisammen schliefen und mit einander umher zogen. Ich erinnere mich mit Freuden meiner Jugend. Wißt ihr noch, wie ich mit dem Polacken Händel kriegte, dem ich sein gepicht und gekräuselt Haar von ungefähr mit dem Ärmel verwischte?

Weislingen. Es war bei Tische, und er stach nach euch mit dem Messer.

Götz. Den schlug ich wacker aus dazumal, und darüber wurdet ihr mit seinem Kameraden zu Unfried. Wir hielten immer redlich zusammen als gute brave Jungen, dafür erkennte uns auch jedermann. (Schenkt ein und bringt’s.) Castor und Pollux! Mir that’s immer im Herzen wohl, wenn uns der Markgraf so nannte.

Weislingen. Der Bischof von Würzburg hatte es aufgebracht.

Götz. Das war ein gelehrter Herr, und dabei so leutselig. Ich erinnere mich seiner so lange ich lebe, wie er uns liebkos’te, unsere Eintracht lobte, und

Empfohlene Zitierweise:
Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Weimar: Hermann Böhlau, 1889, Seite 29. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Goethe_G%C3%B6tz_von_Berlichingen_WA_Bd_8_029.jpg&oldid=3320599 (Version vom 1.8.2018)