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Im J. 1682 hat der Egerer goldschmied Johann Caspar Cralowitz diese monstranz vernewert und verbessert, für seine arbeit, wie auch für gold und silber, 32 gulden empfangen.

Die hier verrechneten Arbeiten bestanden zunächst in zwei aus Silberblech gestanzten Engeln als Ersatzstücke für verlorene Figürchen an den Seiten des Oberteiles. Dann wurde das Fensterchen der Monstranz mit einem barocken Strahlennimbus umschlossen. Das aus Silber getriebene Bild Gott Vaters und ein Auge Gottes in der Bekrönung schließen im Oberteile die barocken Zutaten des Egerer Goldschmiedes. Aus der Monstranz wurde bei dieser Gelegenheit vor allem das mittlere gotische Türmchen entfernt, ferner Figürchen, die an den äußeren Fialen angebracht waren. Eine Monstranz desselben Meisters gehört zum Inventar der Pfarrkirche in Malesitz (Topographie der histor. und Kunstdenkmale in Böhmen, XXX, 182).

Kelch, 0,246 m hoch, barock, aus Silber, vergoldet, noch XVII. Jahrh. Am Fuß und an der Cuppa getriebene Silberappliken. Am Fußrand ist das Nürnberger Beschauzeichen N neben dem Meisterzeichen eingeschlagen (Einhorn aufrecht stehend nach links und Stern, Rosenberg 3225).

Pazifikale, Goldschmiedearbeit aus Silber, vergoldet, 0,225 m hoch. Form der barocken Monstranz mit Strahlennimbus um die Kreuzpartikel, die von einem geschliffenen Glaskreuz gedeckt ist. Meisterstempel: I G S im Dreiblatt, Prager? Beschauzeichen: Turm, beiderseits von je zwei kleinen Türmen oder Zinnen flankiert. XVIII. Jahrh.

Kelch, 0,268 m hoch, Silber, vergoldet, mit ornamentierten Silberappliken und farbigen Glassteinchen und sechs ovalen Emailplaketten geziert. In letzteren sind die Leidenssymbole dargestellt. Beschauzeichen und Meisterstempel fehlen; nur ein Repunzierungszeichen aus dem Anfang des XIX. Jahrh. ist aufgestempelt. An dem eckigen Stengel sind oberhalb und unterhalb des eckigen Nodus die Namen Maria und Jesus eingraviert. Im Hohlraum des Fußes steht die Widmung:

In honorem s(anctissimae) trinitatis et b(eatae) v(irginis) M(ariae) obtulit Zacharias Ad(alber)tus Hitner j(uris) u(triusque) d(octor) 1723.

Der Stifter ist derselbe Wiener Syndikus, der die Dreifaltigkeitssäule am Markt im J. 1721 aufstellen ließ.

Kleine barocke Monstranz, 0,41 m hoch, aus getriebenem Kupfer, Cuppa vergoldet, Gestell versilbert. Das Fensterchen ist von einem Strahlennimbus umgeben, in dessen Oberteil eine Plakette mit der Darstellung Gott Vaters angebracht ist. Am Fußrande ist neben dem Stifternamen die Jahrzahl eingraviert:

Josephus Lenk, civis Teplensis 1758.

Empfohlene Zitierweise:
Anton Gnirs: Topographie der historischen und kunstgeschichtlichen Denkmale in den Bezirken Tepl und Marienbad. Filser, Augsburg 1932, Seite 490. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gnirs-Tepl-Aegidius_p475-492.djvu/16&oldid=- (Version vom 3.9.2017)