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Kultgeräte. Eine erste Nachricht über liturgisches Gerät in der Pfarrkirche zu Tepl bringt das J. 1682, als der Egerer Goldschmied Johann Caspar Cralowitz die Silbergefässe}} der Kirchen poliert und gesäubert hat. Im gleichen Jahr bringt derselbe Meister silberne clausuren an den zwey newen missalen an, so er in Eger von feinem silber für 7 gulden 30 kreuzer gemacht hat. Im folgenden Jahr hat J. C. Cralowitz noch ein silbernes Rauchfass geliefert. Im J. 1693 hat Johann Christoph Haller, Goldschmied in Prag, eine neue Silberne Lampe, 13 Mark, 9 Lot, 2 Quintl schwer, für die Tepler Pfarrkirche verfertigt und das Silberne Kreuz vergoldet.

Die spätgotische Monstranz (Abb. 440), 0,775 m hoch, Silber, vergoldet, Goldschmiedearbeit aus der Zeit um 1500, ist nur mit dem Repunzierungszeichen und dem Freigabestempel der J. 1809/10 gezeichnet. Aus dem gelappten Fuß, der mit einem Maßwerkornament in Ziselur gedeckt ist, wächst der Stengel empor. Der Oberteil wird durch Pfeilerchen geteilt und endet in ein Fialentürmchen mit Kreuzblume. Niedrigere Türmchen krönen auch die Seitenteile. In den Seitenportalen stehen die miniaturen Statuetten eines h. Ägidius mit der Hirschkuh und einer Mutter Anna mit den heiligen Kindern am Arm, oben in den Bekrönungen der Seitenflügel die Figürchen der Apostelfürsten.

Empfohlene Zitierweise:
Anton Gnirs: Topographie der historischen und kunstgeschichtlichen Denkmale in den Bezirken Tepl und Marienbad. Filser, Augsburg 1932, Seite 489. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gnirs-Tepl-Aegidius_p475-492.djvu/15&oldid=- (Version vom 3.9.2017)