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Johann Philipp Glökler: Land und Leute Württembergs, Band 3

benachbarten Ritters. Allein Gunda – so hieß die Schöne – verschmähte den „wilden Ritter“ und gab einem Andern den Vorzug. Wildeneck konnte solche Zurücksetzung nicht verschmerzen. Am Tage der Hochzeit raubt er die Braut, zündet die Burg an und ermordet den Bräutigam. Im Thale – bei jenem großen Stein – rastet er mit der geliebten Beute. Aber Gunda entreißt ihm kräftig das Schwert und stürzt sich in dasselbe. Verfolgt von der Vehme und gepeinigt von seinem Gewissen irrt der „Wilde“ unstät und flüchtig umher. In einer Gewitternacht führt ihn sein Weg wieder ins Laurathal an jenen Stein, und hier wird er jählings vom Blitze erschlagen!

Unser Thal wird immer enger. Endlich kommen wir auf eine freie Höhe. Vor uns liegt das Dorf Schlier, früher eine Besitzung des Klosters Weingarten. Bienenzucht ist hier ganz besonders zu Hause. Wanderten wir weiter und immer weiter, so würden wir die hoch und romantisch gelegene Waldburg erreichen und uns der herrlichen Aussicht daselbst erfreuen. Doch versagen wir uns diesen Genuß, so verlockend er auch sein mag.

* * *

Die freundliche Stadt will uns nochmals beglücken und uns noch länger mit ihren holden Reizen fesseln. Allein wir danken ihr herzlich für die dargebotene Freundlichkeit, die wir – auch fern – im Andenken behalten werden.

Indem wir aber von dieser Stätte mit ihren Schönheiten und Schätzen scheiden, fragen wir und antworten mit dem Dichter:

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Johann Philipp Glökler: Land und Leute Württembergs, Band 3. Stuttgart: C. Cammerer, 1863, Seite 413. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gloekler_Land_und_Leute_Bd3.djvu/421&oldid=- (Version vom 1.8.2018)