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Geschäfte warten; aber die kleinern mußten ihre Kundschaft unter den weniger bedeutenden Buchdruckern, die Zahlung zu der Zeit und an dem Orte suchen, wo letztere größerer Einnahmen gewärtig sein durften: auf der Messe. Bis von Köln her kamen Schriftgießer zur leipziger Messe; 1558 und 1559 wurden von solchen auf ihr die kleinen Buchdrucker Urban Gaubisch von Eisleben und Georg Baumann von Erfurt mit Kummer beschlagen.

Vor allem aber wurde gleichzeitig auf der Messe der Papierhandel schwunghaft betrieben; die Geschäfte darin bildeten ein wichtiges Item unter den Aufgaben der meßfremden Verleger. Bei der steigenden Bücherproduktion mußte ganz natürlich die Beschaffung des erforderlichen Papiers viel Mühe, Sorge und Verdruß verursachen. Zwar sank der Preis desselben mehr und mehr, dabei aber auch die Güte des Fabrikats; seit dem Jahre 1540 wird schon von „Druckpapier“ (ungeleimtem) gesprochen, und das schon wiederholt angeführte Froben-Episcopiussche Rechnungsbuch kennt bereits das „Planieren“. Die Leistungsfähigkeit der einzelnen Papiermühlen aber war immerhin nur eine beschränkte; dem großen, viel druckenden Verleger bot die Geschäftsverbindung mit einer einzelnen keine Sicherheit rechtzeitiger Deckung seines Bedarfs. Meist lagen auch die Mühlen fern von den Verlagsorten, der benötigten Wasserkraft halber im Gebirge, namentlich im Osten und Nordosten Deutschlands nicht allzu stark verbreitet und hier namentlich in ihren technischen Leistungen am wenigsten hervorragend. So war denn der direkte Verkehr der Verleger mit den Fabrikanten nur ein schwacher; seit den Anfangszeiten der Buchdruckerkunst und des Buchhandels hatte der Papierhandel eine große Rolle gespielt und spielen müssen. Das hat schon die Schilderung des Geschäftsbetriebs Anton Kobergers im fünften Kapitel gezeigt; sie hat auch schon zur Genüge die Ungelegenheiten und Verdrießlichkeiten erkennen lassen, welche den Verlegern dabei erwuchsen. Mit der fortschreitenden Entwickelung und dem Erstarken der frankfurter Büchermesse scheint dieselbe nun aber auch der Mittelpunkt des Papierhandels geworden zu sein. „Die Ingolter“ aus Straßburg, „die Dürren“ aus Nürnberg – diese Stadt und neben ihr Augsburg hatten bereits im 15. Jahrhundert die bessern Papiersorten nach Leipzig geliefert – waren auf der Messe zu finden, schlossen hier ihre Lieferungs- oder Kontantgeschäfte mit Zwischenhändlern und Buchführern ab; über Nürnberg und Leipzig gingen die

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Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 475. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_08.djvu/028&oldid=- (Version vom 1.8.2018)