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Heinrich Rantzau: Geschichte des Dithmarscher Krieges

Schande einer Niederlage auf mich zu nehmen.“ Der König pflichtete Rantzaus Worten bei und so wurde noch an eben demselben Tage gekämpft und Heide erobert.

Bis das ganze Heer an dem Orte, wo der König zur Bewachung des Geschützes zurückgeblieben war, sich versammelt hatte, entstand ein Streit über die Wahl des Lagerplatzes. Diejenigen, welche durch Hitze und Ermüdung völlig aufgerieben waren, daß sie keinen Fuß mehr zu rühren vermochten, bestanden mit Gewalt darauf, daß an dem Orte, wo sie sich befänden, das Lager aufgeschlagen werden müsse. Dagegen aber waren der König sowohl als der Oberfeldherr, weil der Ort der Stadt zu nahe und kein Trinkwasser vorhanden war. Außerdem war der schwerverwundete Herzog Adolf im entfernten Dorfe Vilsen[1] untergebracht worden. Das Verlangen der Reiter konnte also nicht berücksichtigt werden. Man beschloß, nach Hamme zurückzugehen und dort im Lager die Nacht zuzubringen. Mit Einbruch der Dunkelheit gelang es, bei Hamme längs dem Flusse die Zelte aufzuschlagen. Sobald es geschehen war, ließ sich Herzog Adolf der Sicherheit wegen auf einem Wagen zu den Seinigen bringen. Er war schwer verwundet und nicht ohne Grund fürchteten seine Verwandten und Freunde für sein Leben. In der Schlacht fielen von den Dithmarschern ungefähr 3000, diejenigen, die man später tot auffand und an den erlittenen Wunden starben, mitgerechnet. Auf der Seite der unsrigen war der Sieg meist durch die Reiterei entschieden worden. Das Fußvolk hatte keine erheblichen Verluste erlitten. Die Zahl der gefallenen Reiter belief sich auf ungefähr 300. Der Graf von Oldenburg wurde am Kinn verwundet. Den Oberfeldherrn Johann Rantzau traf eine Stückkugel unterhalb des Knies. Iven Reventlow ward durch den Fuß geschossen. Paul Ritzerow, Borghard von Ahlefeldt und Johann Rantzau der Jüngere erhielten Wunden in Beine und Schenkel. Auch Gregor von Ahlefeldt wurde verwundet und starb neun Tage darauf zu Rendsburg, weil die Wunde zu Anfang zu nachlässig behandelt worden

  1. Es ist wohl Fiel gemeint.
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Heinrich Rantzau: Geschichte des Dithmarscher Krieges. Heider Anzeiger G. m. b. H., Heide 1914, Seite 77. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dithmarscher_Krieges.djvu/091&oldid=- (Version vom 18.4.2023)