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die Bahn nach Dithmarschen gefunden hatten. Aber sofort mit dem neuen Jahr 1644 erschienen von Glückstadt und Crempe aus königliche Truppen, die schon bei Itzehoe den Schweden eine Schlappe beigebracht hatten, drangen bis Meldorf und führten die dort liegenden Schweden 40–50 Mann gefangen mit sich nach Glückstadt. Lohusen versuchte noch einmal die Marsch im Zaume zu halten, zog mit 250 Mann Cavallerie über Meldorf nach Marne und Brunsbüttel und so zurück über Eddelack. Aber seine Leute ermüdeten in den entsetzlichen Wegen. Ueber Friedrichshof, Windbergen und Eckstedt erreichte er zwar selbst glücklich wieder Hanerau; aber seine Mannschaft blieb bis zum Tode ermüdet in Gockels liegen, dort aber ward sie von dem Commandanten von Crempe, Steinwerden, der ihr auf andern Wegen zuvorgekommen war, abgeschnitten und zusammengehauen.

Am 22. März machte man königlicherseits den Versuch, das Land dauernd zu besetzen. Der Oberst Bauer erschien zu Brunsbüttel, besichtigte dort die Schanzen und Wege und legte dann ein Regiment unter Claus von Ahlefeld nach Meldorf. Aber das Land befand sich unter diesen seinen Beschützern nicht besser als unter seinen Feinden: der Gelderpressungen, Mißhandlungen und Insolenzen war kein Ende. Nach einem Monat machten die Schweden einen Ausfall aus Hanerau, drangen bis hart vor Meldorf, brannten Nindorf nieder und plünderten auf dem Rückzuge Tensbüttel, Röst und Albersdorf aus. Aber bei Todtenbüttel griff sie der dänische Obristlieutenant Becker an, zwang sie zu stehen und nöthigte die Infanterie, soweit sie nicht gefallen war, das Gewehr zu strecken.

Mit dem Sommer aber schien der kleine Krieg sein Ende nehmen zu wollen. Freilich Prinz Friedrich, später König Friedrich III., der das Obercommando des dänischen Heeres übernahm, benutzte dasselbe zunächst nur, um mit einem Theile über die Elbe zu gehen und aus seinem Erzbisthum Bremen die Schweden zu verjagen; aber König Christian schlug auf der Colberger Heide bei Femern die schwedische Flotte, die sich mit Torstensohn hatte in Verbindung setzen sollen, und zwang sie,

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Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 179. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/198&oldid=- (Version vom 14.6.2018)