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er sich nicht dem Papstthum und andern bösen Stücken zuwenden möge.“ Im zweiten Schuljahre zeigten der Abt Limmer und der Rektor Raphael beim Konsistorium an, daß der Gymnasiast Schneider (Nr. 83) am 17. Mai „unwissenderweise ohne besondere Wart und Pflege gestorben sei“, und erhielten darauf einen derben Verweis mit dem Beifügen: „daß es der Fürstenschule böse Nachreden bereiten müsse, den Knaben nicht besser beobachtet, in Todesnöthen ohne Trost und ohne Gottes Wort gelassen zu haben.“ Im dritten Schuljahr zeigte sich bei den drei Schülern Dosch, Beck und Netter (Nr. 10, 23, 69) eine ekelhafte Krankheit. Auf erstattete Anzeige wurde der Doktor Jos. Regulus nach Heilsbronn gesendet, welcher über den Befund berichtete: „Beck ist krätzig an Händen und Füssen, vermuthlich Folge von Erfrörung vor zwei Jahren und weil er noch jetzt sich nicht warm genug kleiden kann aus Armuth; ist heilbar bei besserer Verköstigung und Pflege. Dosch, schon ziemlich alt, ist heilbar bei besserer Speise und Trank. Netter litt schon daheim, sein Arzt meinte an morbus gallicus bedarf reinlicher Wäsche etc.“ Die Regierungsräthe gaben hierauf die erforderlichen Weisungen: „daß der Koch die Küche nicht seinem Küchenjungen überlassen soll etc.“ Dosch war unheilbar und mußte „wegen seines Aussatzes“ sofort aus der Schule entlassen werden; später auch die zwei andern, da sie gleichfalls unheilbar waren. Gleichzeitig wurde der Zögling Kraus (Nr. 31) vier Tage lang bei Wasser und Brot eingesperrt, dann für immer relegirt und sein Vater zur Vergütung des Aufwandes für Kost, Kleidung etc. aufgefordert. Der Bursche fungirte zuweilen als Schreiber beim Abt Limmer in dessen Wohnung, ließ sich aber mit der Magd des Hauses in ein schlechtes Verhältniß ein. Dem Abt wurde befohlen, künftig keine Gymnasiasten mehr als Schreiber zu gebrauchen. Das Verhalten der meisten Schüler war schon jetzt (1585) im dritten Jahre des Bestehens der Schule so anstößig, daß die Räthe nach abgehaltener Visitation in ihrem Bescheid Folgendes eröffnen und befehlen mußten: „Wir befinden, daß sich der Mehrtheil der Knaben eine Zeither gegen ihre Präceptores alles Ungehorsams befleißen. Solchem Muthwillen mit

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/34&oldid=- (Version vom 31.7.2018)