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der Zopfzeit durch Gypsansätze viereckig gemacht hatte, erhielten wieder ihre ursprüngliche Gestalt.

So weit waren die Restaurationsarbeiten bis Ende 1856 gediehen. Eine Unterbrechung derselben ergab sich i. J. 1853 durch die im Innern der Kirche vorgenommenen Aufgrabungen der burggräflich–brandenburgischen Grabstätten, worüber nachher ausführlich berichtet werden wird. Es ergaben sich bei den Aufgrabungen mancherlei berichtigende Resultate, übrigens aber nicht die erwarteten Aufschlüsse über die abenberg–zollerische Vorzeit: kein Wappen, kein Ring, keine Schrift, kein Schwert, kein Degenknopf. Nur in dem Grabe Knörings bei Nr. 80 fand man einen Degen. Die einzigen bemerkenswerthen Funde waren die Zinnsärge der Markgräfin Emilie und ihres Sohnes Georg Friedrich. Die weiteren Funde: ein unbeschriftetes Bleitäfelchen, ein Paar Knöpfchen, ein Stückchen von einer Kette etc. waren werthlos.

Nachdem die Ritterkapelle, das Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe in der beschriebenen Weise restaurirt waren, kam i. J. 1857 das Querschiff an die Reihe, wo seit 1771 der Gottesdienst gehalten wurde. Die Gemeinde, aufgefordert, dieses ihr bisheriges Gottesdienstlokal zu verlassen und interimistisch ein anderes zu beziehen, erklärte sich dazu bereit, jedoch nur, wenn man zuvor anerkannt haben werde, daß die Gemeinde nicht verbunden sei, ihr dereinstiges Gottesdienstlokal in Bau und Besserung zu erhalten. Die Gemeinde hielt diese Sicherstellung für nöthig im Hinblick auf eine Regierungsentschließung vom 25. Febr. 1853, laut welcher die unbedeutende, in keiner Weise baupflichtige Lokalkirchenstiftung aufgefordert worden war, Gelder an die Baubehörde abzuliefern, und im Hinblick auf die bei Gelegenheit der gegenwärtigen Restauration von der Gemeinde verlangten Spanndienste. Nachdem die Gemeinde zufriedenstellend beschieden worden war, wurde das Gottesdienstlokal in das südliche Seitenschiff verlegt und dieses in folgender Weise eingerichtet: Die vier Altarsteine bei Nr. 91, 120, 93, 115 wurden abgetragen, der Altar bei Nr. 103 belassen, die Orgel auf eine bei Nr. 129

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 285. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/287&oldid=- (Version vom 31.7.2018)