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Truppen gleichzeitig um Heilsbronn, Ansbach und Neustadt ebenso plünderten, wie die Schweden in und um Randersacker. Im April 1632 berichtete der Vogt nach Heilsbronn: „Des Hin- und Widerziehens, auch Einquartierens des schwedischen Volks ist kein Ende. Ich wollte den Musketier, den ich drei Wochen lang auf dem Hof gehabt und der nächst Gottes Hilf den Hof erhalten, daß kein Einfall geschehen, da die Soldaten starke Hoffnung gehabt, denselben auszuplündern, gehen lassen; ist mir aber von dem Obersten auf dem Schloß und vom Oberschultheiß zu Würzburg widerrathen worden; habe also den Musketier noch acht Tage behalten. Denn des Marschirens von Mainz und Frankfurt ist noch kein End. Da in Randersacker weder Heu, Haber, Korn, Brot, auch gar nichts bei den Bürgern zu bekommen, so fürchte ich, der Hof möchte auf ein Neues, weil solcher von den Bürgern angefeindet wird, ausgeplündert werden.“ Dieß war die Lage des Vogts auch in den folgenden Jahren. Immer und immer verlangte er Geld vom Amte Heilsbronn, welches aber oft selbst keinen Gulden in der Kasse hatte. Seine Arbeiter mußten zwei Jahre lang ihren verdienten Lohn hinborgen und Weib und Kinder betteln schicken. Die Schweden mußten Würzburg räumen. Die an ihre Stelle getretenen kaiserlichen Truppen kamen im Spätherbst und Winter 1642/43 täglich in die umliegenden Dörfer, raubten was sie fanden und schleppten es weg auf Wägen und Pferden. Die Bürger von Randersacker und der Vogt Grötsch flüchteten daher Vieh, Wein, Getreide, Heu etc. fünf Wochen lang nach Würzburg, wo bald alle Fourage aufgezehrt war und das Vieh hungerte. Dazu kam 1643 im Frühling Frostschaden, am 18. Juni Wolkenbruch. Im folgenden Jahre zog Grötsch weg. Sein Nachfolger Lembach berichtete im Juli 1645 an den Markgrafen in Kulmbach: „Unversehens sind Königsmarkische Truppen erschienen und üben Gewaltthaten an Allen ohne Unterschied des Standes, der Religion und Würden. Auf meinem Hof haben mich 30 Reiter überfallen, drei schöne Kühe, vier Schweine, fünfzig Malter Korn und Waizen geraubt, Schrein-Bettwerk zerschlagen und ausgeschüttet, meinen Weingartsarbeitern Alles ruinirt,

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 430. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/432&oldid=- (Version vom 31.7.2018)