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Plünderer hatten am 3. Oktober im Mönchshof Vieles weggenommen; das noch Vorhandene wurde durch die von Füger und Grötsch erbetenen Schutzwachen gesichert. Auf die soeben mitgetheilten Anzeigen nach Heilsbronn, Onolzbach und Bayreuth kamen Räthe von dort nach Randersacker und dekretirten vor Allem eine Verehrung von 9 Reichsthalern oder 10 fl., 3 Ort und 13 Pfennige an die schwedische Kanzlei in Würzburg „für die schriftliche salva guardia, die unter des Königs eigenhändiger Subskription und Siegel und bester Form für den Hof in Randersacker und alle Einwohner ertheilt worden war; sonst hätte man von den einquartierten Franzosen und andern Soldaten nicht sicher bleiben können. Die lebendige salva guardia im Mönchshofe, ein Musketier aus dem Achaschallischen Regiment, erhielt für 51/2 Wochen, 4. Okt. bis 12. Nov., nebst guter Speisung die verglichene Gebühr von 33 Reichsthalern, oder 39 fl., 2 Ort, 25 Pfennige. Ähnlich wurde es mit dem im Flecken einquartierten Schutzmann gehalten. Unter solchem Schutz konnten die Beeren in die Kelter gebracht, auch der übliche Senfmost nach Bayreuth und Onolzbach geliefert werden, auch an Prediger, Verwalter, Richter, Rektor und Kornschreiber in Heilsbronn, wo man beim Empfang keine Ahnung hatte von den Tilly’schen Reitern, welche wenige Tage darauf, am 4. November, das genannte Personal sammt der ganzen Fürstenschule zerstreuten. Nachdem die schwedischen Schutzwachen mit ihren Regimentern im Spätherbst Randersacker verlassen hatten, zogen im Winter und Frühling 1631/32 andere schwedische Truppen ein oder vorüber, deren Verhalten vom Vogt Grötsch in einem nach Heilsbronn, Onolzbach und Neustadt (Bayreuth) erstatteten Bittbericht folgendermassen geschildert wird: „Das räuberische schwedische Volk hat alle Viktualien hinweggenommen, ihre Pferde in der Küche auf Herd und Anricht gefüttert, ihnen Erbsen, Linsen, Hirse, Gerste und Brot mit Wein aus Gelten zu fressen gegeben. Doch habe ich wunderbarlich 2 Ochsen und 4 Kühe gerettet. Bitte aber um Geld und Haber, da sonst Mensch und Vieh Hungers sterben müssen.“ Seine Bitte konnte nicht erfüllt werden, da Tilly’s

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 429. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/431&oldid=- (Version vom 31.7.2018)